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Hadza
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top
Die Hadza (auch Hadzabe, Hadzapi, Tindiga, Watindiga, Kindiga, Kangeju) sind eine Volksgruppe im zentralen Norden des ostafrikanischen Staates Tansania, deren Zahl heute auf ungefĂ€hr 1000 Menschen geschĂ€tzt wird.cite-ref-1[1] Sie leben verstreut an den Ufern des Eyasi-Sees im zentralen Ostafrikanischen Graben, mit einer Position von etwa 35° östlicher LĂ€nge und 3° sĂŒdlicher Breite, in sĂŒdlicher Nachbarschaft zum Ngorongoro-Naturschutzgebiet sowie in der benachbarten Serengeti-Ebene. Dieses unzugĂ€ngliche und wenig fruchtbare Gebiet von Savanne und Waldland, dessen GröĂe im 21. Jahrhundert mit etwa 4000 Quadratkilometerncite-ref-2[2] oder zwei Dritteln dieser FlĂ€checite-ref-3[3] angegeben wird, stellt ein letztes RĂŒckzugsgebiet von einem frĂŒher erheblich gröĂeren Lebensraum dar.
Die Hadza sind traditionell JĂ€ger und Sammler und eine der letzten naturnah lebenden Gemeinschaften, die noch Steinwerkzeuge verwenden, beziehungsweise in jĂŒngster Vergangenheit verwendet haben. Zudem leben sie in dieser ursprĂŒnglichen Weise in einer Region, die oft als âWiege der Menschheitâ bezeichnet wird und in unmittelbarer NĂ€he zu wichtigen Urmenschen-FundstĂ€tten (vergleiche Stammesgeschichte des Menschen) liegt.cite-ref-4[4]cite-ref-5[5] Aus diesem Grund finden sie verstĂ€rkt seit der zweiten HĂ€lfte des 20. Jahrhunderts groĂes Interesse bei Wissenschaftlern, die in ihnen eine Modell-Ethnie fĂŒr Fragestellungen der Anthropologie, der Menschheitsentwicklung und der FrĂŒhmenschenforschung sehen.
Mittlerweile wÀchst ihre Beeinflussung durch die Moderne. Die Anzahl der Angehörigen des Volkes, die noch der traditionellen nomadischen Lebensweise nachgehen, wird auf wenige Hundert geschÀtzt. Durch eine Reihe von sehr langfristigen historischen Entwicklungen und zudem durch moderne gesellschaftliche und wirtschaftliche VerÀnderungen sind sie in ihrer Lebensweise sowie in ihrer kulturellen und ethnischen IdentitÀt und Existenz akut bedroht.
Contents
âą Namen
âą Vorgeschichte
âą Geschichte
âą Ăbersicht
âą Mobiles Leben
âą Bekleidung
âą Nahrungserwerb
âą Religion
âą Epeme
âą Mythologie
âą Die Sprache
âą Beschreibung
âą Heilmittel
âą Einleitung
âą Gegenbewegungen
âą Filmographie
âą Literatur
âą Weblinks
âą Belege
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Namen
FĂŒr die Hadza wurden in der Reise- und Fachliteratur verschiedene Namen verwendet. Da die afrikanischen Sprachen ĂŒberwiegend schriftlos waren, gehen geschriebene Versionen erst auf europĂ€ische Autoren zurĂŒck, wobei deutsche und englische Autoren gemÀà den Mustern ihrer Muttersprachen unterschiedliche Schreibweisen wĂ€hlten. Zudem gibt es wie in weltweit vielen FĂ€llen sowohl Eigen- als auch Fremdbezeichnungen durch Nachbarvölker, d. h. in diesem Fall durch Angehörige anderer Sprachfamilien.
Hadza ist eine Eigenbezeichnung und bedeutet lediglich âMensch, menschliches Wesenâ. Hadzabe oder Hadzabee ist die Pluralform dazu und Hadzapi (Hadzaphii) bedeutet âsie sind Menschenâ. Hatza und Hatsa sind deutsche Schreibweisen Ă€lterer Zeit. Heute hat sich durch den Verlauf der Kolonialgeschichte und die angloamerikanische Forschungsliteratur die englische Schreibweise durchgesetzt.
Tindiga geht zurĂŒck auf ein Wort der Swahilisprache (die in Ostafrika seit langem als lingua franca oder Verkehrssprache und heute als Nationalsprache Tansanias dient), watindiga, was âLeute/Volk der / von den Sumpfdornenpflanzenâ oder etwas freier âBewohner der Sumpfdornenpflanzen-Gegendâ bedeutetcite-ref-6[6] und auf eine groĂe Wasserquelle im Ort Mangola zurĂŒckzufĂŒhren ist. Kitindiga bezeichnet dann deren Sprache; Kindiga ist offensichtlich eine Variantenform derselben aus einer der lokalen Bantusprachen; Wakindiga wĂ€re eine Pluralform dazu (zu den Sprachfamilien siehe unten Vorgeschichte).
Kangeju ist eine heute aufgegebene Namensform unklaren Ursprungs aus der Àlteren deutschsprachigen Literatur.
FĂŒr die traditionell sehr Ă€hnlich lebenden Wildbeuter des sĂŒdlichen Afrikas wurde in der Kolonialzeit der englische Name bushmen geprĂ€gt (heute verwendet man meist die Kollektivbezeichnung San, die von den sesshaften Nachbarvölkern jener Region stammt) und als BuschmĂ€nner oder Buschleute ins Deutsche entlehnt. Dieser Ausdruck wurde auch auf die Hadza Ostafrikas ĂŒbertragen und in der deutschen wissenschaftlichen Literatur noch zum Ende des 20. Jahrhunderts gelegentlich fĂŒr sie verwendet.cite-ref-7[7]
Den Hadza selber missfallen solche AusdrĂŒcke sesshafter Fremdvölker âwegen ihrer abschĂ€tzigen und diskriminierenden Konnotationenâ oder âBeiklĂ€ngeâ.cite-ref-8[8]
Geographischer Rahmen: Lebensraum und Klima
Der Lebensraum der Hadza ist in den letzten sechzig Jahren auf etwa ein Viertel der ursprĂŒnglichen Ausdehnung eingeengt worden und erstreckte sich davor noch viel weiter vor allem im Westen und SĂŒdwesten.cite-ref-9[9] Im Laufe der letzten hundert Jahre ist er schĂ€tzungsweise sogar um 90 Prozent gegenĂŒber der frĂŒheren GröĂe geschrumpft.cite-ref-10[10] Es gibt heute vier verschiedene Gebiete, in denen die Hadza wĂ€hrend der Trockenzeit leben: Westlich vom SĂŒdende des Eyasi-Sees, zwischen Eyasi-See und dem östlich davon gelegenen Yaeda-Sumpf, östlich des Yaeda-Tales im Mbulu-Hochland und nördlich des Tales rund um das Dorf Mang'ola. Bei Trockenheit können sie leicht von einem Lebensraum zum nĂ€chsten wechseln. Der Zugang zum westlichsten Gebiet erfolgt ĂŒber das SĂŒdende des Eyasi-Sees, der in der Trockenzeit zuerst austrocknet, oder ĂŒber die Böschung des Serengeti-Plateaus am Nordufer. Auch das Yaeda-Tal kann leicht ĂŒberquert werden. WĂ€hrend der Regenzeit leben die Hadza zwischen und auĂerhalb der beschriebenen Gebiete, da diese dann schlecht zugĂ€nglich sind.
Die Lebensweise und Subsistenzwirtschaft der Hadza (siehe unten Traditionelle Lebensweise) ist âeng gekoppeltâ an die ökologischen VerhĂ€ltnisse der Waldland- und Savannenlandschaft, in der sie leben. Ihr Waldland-Habitat wird von BĂ€umen der Gattungen Acacia, Commiphora und von Adansonia digitata (siehe unten Nahrungserwerb) beherrscht, ist typischerweise hĂŒgelig und felsig, mit verstreuten natĂŒrlichen Quellen und saisonalen WasserlĂ€ufen. An den RĂ€ndern des Eyasisees und des Yaedatals gehen die felsigen HĂŒgel in alluviale Sandebenen ĂŒber. Diese Gegend kann je nach Jahreszeit recht heiĂ, trocken und windig sein, aber auch ĂŒppiges GrĂŒn tragen.cite-ref-11[11]
Das Klima im Norden Tansanias ist durch eine deutliche SaisonalitĂ€t gekennzeichnet: Die Regenzeit dauert von Dezember bis Mai, woran sich die Trockenzeit von Juni bis November anschlieĂt. Dieser Naturrhythmus prĂ€gt mit Wasserangebot, Vegetation und Reproduktionsphasen der Tiere auch das Leben der unmittelbar von natĂŒrlichen Nahrungsquellen abhĂ€ngigen Hadza.
(Siehe auch Geographie Tansanias.)
Geschichte und Vorgeschichte
Vorgeschichte
Die Hadza gelten schon lange als letzte ReprĂ€sentanten der Urbevölkerung Ostafrikas.cite-ref-12[12] Neueste genetische Untersuchungen durch eine internationale Forschergruppe, an der auch Wissenschaftler vom deutschen Max-Planck-Institut fĂŒr Menschheitsgeschichte in Jena beteiligt waren, unterstĂŒtzen diese Ansicht.cite-ref-13[13]cite-ref-14[14]
Etwa in der Mitte des ersten Jahrtausends v. Chr. erreichten viehzĂŒchtende Völker sĂŒdkuschitischer Sprachen vom Ăthiopischen Hochland herkommend den Norden Tansanias und siedelten dort. Damit begann eine langfristige Entwicklung, die sich fĂŒr die Hadza als verhĂ€ngnisvoll erweisen sollte.cite-ref-15[15] Etwa ein Jahrtausend spĂ€ter wanderten Völker, die der GroĂfamilie der Bantusprachen zugerechnet werden und durch Landwirtschaft und Eisenverarbeitung NahrungsĂŒberschĂŒsse erzielten, aus Westafrika kommend ĂŒber Zentralafrika sowohl nach dem sĂŒdlichen Afrika als auch nach Ostafrika ein und verdrĂ€ngten die ursprĂŒnglichen Wildbeutervölker in allen diesen Regionen schrittweise in unzugĂ€ngliche und unwirtliche Gegenden. Sie stellen heute den GroĂteil der Bevölkerung im gesamten zentralen, sĂŒdlichen und östlichen Teil des Kontinents. Somit hat man von einer langfristigen (in diesem Fall sogar mehrere Jahrtausende andauernden) Koexistenz von Völkern mit grundsĂ€tzlich verschiedenen Lebensweisen auszugehen, wie sie heute auch fĂŒr die Vorgeschichte Europas angesetzt wird.cite-ref-16[16]
(Siehe auch Geschichte Afrikas und Geschichte Ostafrikas.)
Geschichte
FrĂŒhere Neuzeit
Im spĂ€ten 18. Jahrhundert siedelten militĂ€risch sehr schlagkrĂ€ftige, halbnomadische ViehzĂŒchter nilotischer Sprachen, vor allem die bekannten Massai, aus dem Gebiet des heutigen SĂŒdsudan stammend, im heutigen Tansania und setzten â Ă€hnlich wie wĂ€hrend der europĂ€ischen Völkerwanderung der SpĂ€tantike â eine âDominobewegungâ frĂŒher dort ansĂ€ssiger Völker in Gang. Seit dem 12. Jahrhundert entstanden Handelsniederlassungen arabischer Seefahrer und in der Folge eine Kette von kleinen Stadtstaaten an der KĂŒste und auf vorgelagerten Inseln des Indischen Ozeans. Von dort aus wurden seit dem frĂŒhen 19. Jahrhundert schrittweise ĂŒberregionale Karawanenwege nach Westen in den zentralafrikanischen Kongo-GroĂraum etabliert. Auf ihnen gelangten Metalle und vor allem das sogenannte âweiĂeâ und âschwarze Goldâ, Elfenbein und Sklaven, an die KĂŒste und weiter per Schiff in andere Territorien. Im Gegenzug wurden Feuerwaffen und SchieĂpulver ins Binnenland gebracht (siehe ostafrikanischer Sklavenhandel).cite-ref-17[17] Zwar hielten die kriegerisch ĂŒberlegenen Massai den Norden Tansanias von arabischen HĂ€ndlern frei, so dass die Handelsrouten weiter im SĂŒden verliefen, doch betĂ€tigten sich auch ansĂ€ssige afrikanische Völker als Zulieferer und ZwischenhĂ€ndler fĂŒr jene. So begann damals die erhebliche Bestandsdezimierung und lokale Ausrottung der einst sehr zahlreichen Elefanten auch im Lebensbereich der Hadza, denen sie traditionell als Nahrungsquelle dienten (siehe unten Nahrungserwerb). Auch fielen wahrscheinlich Frauen und Kinder der Hadza durch afrikanische Hand dem Sklavenhandel zum Opfer. Mit den Massai wiederum lieferten sich die Hadza fĂŒr lĂ€ngere Zeit einen Krieg, den ein durch ihre fundamentale kulturelle Verschiedenheit verursachtes MissverstĂ€ndnis ausgelöst hatte: Da die Wildbeuter keine Vorstellung von menschlichem âEigentumâ an Tieren hatten, bedienten sie sich des neu in ihrem Lebensraum auftauchenden Weideviehs der Hirtennomaden als Beutetiere. Im Denken der Massai, deren Leben und Denken traditionell durch die Viehzucht bestimmt waren, bedeutete dies jedoch âRaubâ, der mit dem Tode der als âSchuldigeâ Angesehenen zu ahnden war. Gegen diese unerwartete Gewaltanwendung wiederum versuchten sich die Hadza mit ihren Waffen (siehe unten Nahrungserwerb) zur Wehr zu setzen. Die Ă€ltesten deutschen Reiseberichte beschreiben diese VorgĂ€nge als eine regelrechte âJagdâ der Massai auf Hadza.
Kolonialzeit
Im spĂ€ten 19. Jahrhundert schlieĂlich geriet die Region in den Fokus der KolonialmĂ€chte, bis im Jahr 1885 gewaltsam die Kolonie Deutsch-Ostafrika eingerichtet wurde. Diese neuen Herrschafts- und Wirtschaftsformen bedeuteten eine neue tiefe ZĂ€sur in der Geschichte der Hadza. Sie fĂŒhrten u. a. verstĂ€rkt zu konkurrierenden LandansprĂŒchen zwischen Menschen und Wildtieren:
âDen zahlreichen Berichten der europĂ€ischen Forschungsreisenden des 19. Jahrhunderts kann man entnehmen, dass der Wildreichtum Ostafrikas vor der Kolonialzeit unvorstellbar groĂ gewesen sein muĂ und sich ĂŒber riesige Areale erstreckte, deren Wildbesatz heute entweder gering oder ganz und gar verschwunden ist.âcite-ref-18[18]
Andererseits wurde der Sklavenhandel unterbunden und es setzten bereits wĂ€hrend der deutschen Herrschaft intensive BemĂŒhungen um Wildtierschutz ein.cite-ref-19[19] Auch stoppte die deutsche Kolonialverwaltung mit militĂ€rischen Mitteln die weitere gewaltsame Ausbreitung der Massai nach SĂŒden und rettete dadurch vermutlich fĂŒr mehr als ein weiteres Jahrhundert die Existenz der Hadza als eigenstĂ€ndige Volksgruppe mit ihrer angestammten Lebensweise. Als das Deutsche Kaiserreich den Ersten Weltkrieg verlor und die sogenannte Schutztruppe bei dessen Ende im November 1918 vor der britischen Kolonialarmee kapitulieren musste, war die deutsche Herrschaft in Ostafrika faktisch nach bereits 33 Jahren wieder beendet. Die Weimarer Republik als republikanischer Nachfolgestaat war genötigt, im Folgejahr auch formell alle Kolonien abzutreten. Tanganyika wurde jetzt Mandatsgebiet unter britischer Verwaltung. Dies hatte unter anderem zur Folge, dass sich auch das Sprachmedium der mit den Hadza befassten Forschungsliteratur wandelte (vergleiche unten die chronologische Auflistung der Ă€lteren Literatur zum Thema). Die neuen Herren unternahmen in den Jahren 1927 und 1939 kurze Versuche, Gruppen der Hadza zwangsweise als Landwirte anzusiedeln, was jeweils zu Krankheiten und mehreren TodesfĂ€llen in deren Gemeinschaft fĂŒhrte und das Misstrauen der Hadza gegenĂŒber Fremden erneut verstĂ€rkte.cite-ref-20[20] Seit den spĂ€ten 1950er Jahren wurden â gleichzeitig mit dem Beginn der modernen anthropologischen Feldforschung unter den Hadza â unter tatkrĂ€ftiger Hilfe prominenter deutscher Wissenschaftler wie vor allem Bernhard Grzimek die populationsbiologische Forschung an den Wildtieren und Initiativen zu deren effektivem Schutz in Tansania intensiviert.cite-ref-21[21]cite-ref-22[22]cite-ref-23[23] Diese BemĂŒhungen setzen sich bis heute unverĂ€ndert fort (siehe auch: Naturschutzgeschichte, Serengeti und Zoologische Gesellschaft Frankfurt).cite-ref-24[24] Von der dadurch ermöglichten Erhaltung von Ăkosystemen und WildtierbestĂ€nden profitieren bis heute sowohl die Hadza als auch die Tourismusindustrie, von der die Hadza aktuell verstĂ€rkt betroffen sind (siehe unten Existenzbedrohung und offene Zukunft).
Zeit der staatlichen UnabhÀngigkeit
Im Dezember 1962 erlangte Tanganjika die politische UnabhĂ€ngigkeit und wurde knapp zwei Jahre spĂ€ter mit den dem Festland vorgelagerten Inselterritorien zur heutigen Republik Tansania vereinigt. Die neue Staatsform erwies sich fĂŒr die Hadza jedoch keineswegs als vorteilhaft, denn in den Jahren 1964â65 setzte die neue Regierung unter MilitĂ€reinsatz eine erzwungene Ansiedlung der meisten Hadza in Dörfern durch, was in der Folgezeit wegen der ungewohnten Siedlungsdichte und mangelnder hygienischer VerhĂ€ltnisse durch Infektionskrankheiten und Epidemien zu groĂen Bevölkerungsverlusten fĂŒhrte. Deshalb verlieĂen die meisten ĂŒberlebenden Hadza die Siedlungen spĂ€ter wieder, um zu ihrer angestammten Lebensweise zurĂŒckzukehren (welche im nachfolgenden Kapitel ĂŒber die traditionelle Lebensweise beschrieben ist).
(Siehe auch Geschichte Tansanias.)
(FĂŒr die heutigen Folgen der hier skizzierten, in frĂŒheren Jahrtausenden und Jahrhunderten einsetzenden Entwicklungen siehe unten Existenzbedrohung und offenen Zukunft.)
Forschungsgeschichte
Die Erforschung der Hadza durch Vertreter der Wissenschaft europĂ€ischer Tradition setzte mit deutschsprachigen Forschungsreisenden der Kolonialzeit ein. Bereits Erich Obst berichtete vom fĂŒrsorglichen Erziehungsstil dieser Volksgruppe. Die moderne Hadzaforschung begann im Jahr 1958 â also vier Jahre vor der politischen UnabhĂ€ngigkeit Tansanias â, da der britische Anthropologe James Woodburn,cite-ref-25[25] zunĂ€chst noch als Student der UniversitĂ€t Cambridge, erstmals langfristige Feldforschung in Angriff nahm. Weil dieser dort vielfĂ€ltige persönliche Kontakte knĂŒpfte und auch die Sprache der Hadza erlernte, waren unter seiner Beteiligung spĂ€ter auch medizinische Untersuchungen möglich, die Vertrautheit mit den Probanden voraussetzen. Er gestaltete im Jahr 1965, ein Jahr nach seiner Promotion mit der ersten Dissertation ĂŒber die Hadza, eine Ausstellung im British Museum ĂŒber diese Volksgruppe. Bis zur Mitte der 2010er Jahre erfolgten etliche weitere Besuche im Hadzaland.
Der britische Zoologe Nicholas Blurton Jones fĂŒhrte zunĂ€chst ab dem Jahr 1957 Feldforschung an Wildtieren durch, bevor er sich der Verhaltensökologie von Wildbeutervölkern zuwandte. Nach Studien bei den !Kung im sĂŒdlichen Afrika (ab 1970) und vergleichenden Untersuchungen in Malaysia und bei den Navajo in Arizona (USA) fĂŒhrte ihn sein Weg zu den Hadza, bei denen er von einem ersten âPilotbesuchâ 1982 bis 2000 wiederholt forschte. Er gilt als ein Pionier der Human-Soziobiologie.
Nicholas Blurton Jones wurde der Lehrer und inspirierende wissenschaftliche Mentor fĂŒr den aus Texas (USA) stammenden Anthropologen Frank Marlowe (1954â2019), der sechs Jahre lang bei ihm studierte.cite-ref-26[26] F. Marlowe besuchte die Hadza erstmals im Jahr 1993, fĂŒhrte in den beiden Folgejahren vor Ort ausgedehnte Forschungen durch und blickte bei seinem letzten Besuch im Jahr 2014 somit auf 21 Jahre Feldforschungserfahrung zurĂŒck. Nach seinem krankheitsbedingten frĂŒhen Ausscheiden werden die Untersuchungen von seinen akademischen SchĂŒlern und einem kleinen internationalen Netzwerk von Hadzaforschern weitergefĂŒhrt, die vor allem aus Nordamerika, GroĂbritannien und einigen anderen europĂ€ischen LĂ€ndern sowie aus Japan stammen.
Traditionelle Lebensweise
Ăbersicht
Die traditionelle Lebensweise der Hadza zeichnet sich wie folgt aus:
⹠Sie leben als Nomaden, errichten keine bestÀndigen Siedlungen, sondern temporÀre Lager.
âą Sie fĂŒhren ein mobiles Leben ohne Immobilienbesitz und mit nur wenigen BesitzgĂŒtern, die alle beim Lagerwechsel durch die Menschen selber â ohne Tragtiere, Fahrzeuge oder TransportgerĂ€te â mit Hilfe von Tragschlaufen oder in den HĂ€nden mitgefĂŒhrt werden können.
âą Der Nahrungserwerb geschieht durch Wildbeutertum. Sie kennen keine Landwirtschaft oder Viehzucht, traditionell auch keine domestizierten Tiere oder Pflanzen, keinen Gartenbau und keine Imkerei (siehe auch: Traditionelle Wirtschaftsform).
âą Sie betreiben keine Vorratshaltung.
âą Diese Lebensweise macht eine vollstĂ€ndige Anpassung an die natĂŒrlichen Gegebenheiten und Naturrhythmen (Tageslauf und Jahreslauf / siehe oben Der geographische Rahmen) und das wechselnde natĂŒrliche Nahrungsangebot zwingend erforderlich.
âą Es gibt keinerlei formale Ausbildung und keine spezialisierten Berufe.
âą Es gibt keine eigene MetallverhĂŒttung und -verarbeitung.
âą Es gibt keine Herstellung von Textilien.
âą GerĂ€tschaften werden in der Regel nur fĂŒr den eigenen Bedarf hergestellt. Es gibt keine Geldwirtschaft und es kann auĂer wenigen GerĂ€tschaften kein materieller Wohlstand angesammelt oder vererbt werden (vergleiche: Subsistenzwirtschaft). Ertragsunterschiede ergeben sich ausschlieĂlich aus den individuellen FĂ€higkeiten.
âą Die erworbenen Nahrungsmittel werden zu einem Anteil sofort â wĂ€hrend des Sammelns bzw. unmittelbar nach der erfolgreichen Jagd â konsumiert, zu einem anderen Anteil nach der RĂŒckkehr in das gemeinsame Lager mit der eigenen Familie und zu einem weiteren Anteil mit allen gegenwĂ€rtigen Gruppenmitgliedern â ohne Vertragsverpflichtungen, konkrete Versprechungen, spezielle Vor- oder unmittelbare Gegenleistungen der empfangenden Personen â geteilt.
⹠Es kommt allerdings hÀufig vor, dass JÀger die anderen Gruppenmitglieder hintergehen, indem sie die Beute heimlich ins Dorf schmuggeln. Werden sie dabei entdeckt, erfolgen heftige Beschimpfungen durch die anderen. In konstruierten ökonomischen Spielen bieten sie ihren Mitspielern oft nur wenig an und die meisten Angebote werden unabhÀngig von der Höhe prinzipiell abgelehnt. Die Hadza teilen grundsÀtzlich aus Furcht vor Gerede und Ausgrenzung.cite-ref-27[27]
âą Das Leben vollzieht sich in Gruppen (traditionell in der Ethnologie auch als Horden bezeichnet), deren Zusammensetzung bei den Hadza nicht langfristig festgesetzt ist, sondern fluktuiert. (Vergleiche: Lokale Gemeinschaften.)
âą Es gibt keine politische Organisation, keine formale soziale Hierarchie, keine RĂ€nge oder Ămter (man spricht in solchen FĂ€llen auch von einer akephalen Gesellschaft).
âą Alle Gruppenmitglieder haben prinzipiell den gleichen Zugang zu den Ressourcen â man spricht in einem solchen Fall von einer egalitĂ€ren Gesellschaft.cite-ref-28[28]
âą Es gibt keine organisierte Religion. ReligiositĂ€t manifestiert sich vor allem in ĂŒberlieferter Mythologiecite-ref-29[29] und es fehlen Hierarchie und Ămter, sowie â mit einer Ausnahme â auch festgelegte Riten und Rituale. (Vergleiche: Fehlende religiöse Organisation in ethnischen Religionen.)
âą Es herrscht eine klare und strenge Arbeitsteilung zwischen den Geschlechtern mit einigen kleineren Ăberschneidungen der TĂ€tigkeiten.
âą Es besteht fĂŒr beide Geschlechter eine freie Wahl der erwachsenen Lebenspartner. HĂ€ufig leben sie in serieller Monogamie.
âą Ăblich ist eine sehr aufmerksame und gleichzeitig freizĂŒgige Erziehung der Kinder, die viel Zuwendung von beiden Elternteilen erfahren, aber auch frĂŒh eigene Pflichten erfĂŒllen mĂŒssen.
Mobiles Leben
Die Hadza leben nomadisch in beweglichen Lagern. Die GruppengröĂe ist nicht festgelegt und nicht einheitlich. J. Woodburn gab 1968 an, zwischen einer und hundert und durchschnittlich 18 Personen je Lager gefunden zu haben. F. Marlowe ermittelte bei seiner ausgedehnten Feldforschung in der Mitte der 1990er Jahre, dass die zehn von ihm detailliert erfassten Lager zwischen zehn und 108 und durchschnittlich 29,1 Personen beherbergten. Sie wurden nach jeweils ein bis zwei Monaten verlassen, doch noch hĂ€ufiger sind Besuche oder dauerhafter Gruppen- und damit Lagerwechsel durch einzelne Personen bzw. Familien. Lager werden als ganzes aufgegeben, wenn die lokalen Ressourcen an Trinkwasser und Nahrung erschöpft sind und die Belastung an Parasiten in einem Lager zu groĂ wird, oder auch wenn in einem Lager ein Todesfall eingetreten ist. LagergröĂe und -dauer richten sich also im Wesentlichen nach den lokalen Umweltbedingungen.
In der Regenzeit (siehe oben Klima) werden aus langen Zweigen und Langgras familienweise einfache RundhĂŒtten errichtet, deren Gestalt mit umgedrehten Vogelnestern verglichen wurde (siehe das Bild am Seitenrand). In der Trockenzeit spielt sich das gesamte Leben im Freien ab. Geschlafen wird in Gruppen um ein zentrales Feuer auf AntilopenhĂ€uten, die in der Regel von Impalas stammen. Bei Lagerwechseln wird die gesamte Habe mitgefĂŒhrt.
Bekleidung
Bereits E. Obst berichtete Anfang des 20. Jahrhunderts, dass die Hadza KleidungsstĂŒcke im Tauschhandel erwarben. Dorothea Bleek beobachtete bei ihrem Aufenthalt im Hadzaland im Jahr 1930, dass alle MĂ€nner, die sie antraf, neben ihrem LedergĂŒrtel ein KleidungsstĂŒck, meist aus Kattun, trugen, âum ihre BlöĂe zu bedeckenâ. Bei diesen habe es sich jedoch um âdie zivilisiertesten Mitglieder ihres Stammesâ gehandelt und sie zitiert J. F. Bagshaw, der MĂ€nner traf, die auĂer LedergĂŒrtel und -beutel nichts trugen.cite-ref-30[30] Daraus und aus der Tatsache, dass die erwĂ€hnten KleidungsstĂŒcke sĂ€mtlich aus europĂ€ischer Herstellung stammten, folgerte sie, dass MĂ€nnerbekleidung ein relativ neues PhĂ€nomen bei den Hadza gewesen sei.
â[âŠ] Die Frauen hingegen trugen alle zwei oder drei LederkleidungsstĂŒcke, die genau der Bekleidung der BuschmannstĂ€mme entsprachen, die in und sĂŒdlich der Kalahari hausen, nĂ€mlich eine Wildtierhaut-SchĂŒrze, rund bei der verheirateten Frau, in Quasten eingefasst bei einem MĂ€dchen, eine Wildtierhaut-RĂŒckseitenschĂŒrze, die ebenso vom GĂŒrtel herabhĂ€ngt, und ein Fell- oder Ledermantel, der von den Schultern herabhĂ€ngt und um die HĂŒften festgebunden wird, wenn ein Baby darin getragen wird. Kinder tragen keine Kleidung, kleine Jungen nur einen GĂŒrtel und etwas Schmuck, kleine MĂ€dchen eine winzige FransenschĂŒrze, zu der spĂ€ter ein kleiner Fellmantel gefĂŒgt wird. Beide Geschlechter lassen sich mit jeglichen Perlen sehen, die sie bekommen können, hauptsĂ€chlich aus europĂ€ischer oder indischer Herstellung. Ich sah keine aus StrauĂeneierschalen angefertigten Perlen. KupferbĂ€nder, die um den Hals oder die Arme getragen werden, sind sehr gesucht.âcite-ref-31[31]
(Siehe dazu das Bild.) Seit D. Bleeks Zeit und mit zunehmendem Kontakt zu anderen Völkern erwarben die Hadza zunehmend mehr KleidungsstĂŒcke im Tauschhandel, sowohl solche europĂ€ischen Stils, heute vielfach aus Kleiderspenden stammend, als auch fĂŒr Frauen solche afrikanischer Tradition und Herkunft: farbig bedruckte BaumwolltĂŒcher, die in der ganzen GroĂregion unter den Namen Kanga und Kitenge bekannt sind.
Das BehĂ€ngen mit Tierfellen ist hingegen eine moderne Erfindung profitorientierter Unternehmer der heutigen Tourismusindustrie (siehe unten Existenzbedrohung), die die klischeehaften Erwartungen ihrer finanzkrĂ€ftigen Kunden aus den Staaten der Nordhalbkugel der Erde von vermeintlich âauthentischen Eingeborenenâ bedienen wollen. Dies folgt somit Traditionen der europĂ€ischen Literatur- und Kunstgeschichte sowie von Medien der nordamerikanischen PopulĂ€rkultur bei der Darstellung âWilder Menschenâ und nicht solchen der Hadza selber.
(Zur ursprĂŒnglichen Bekleidung siehe auch unten ĂŒber die in den 1930er Jahren entstandene deutsche Dokumentarfilmserie im Kapitel Filmographie.)
Nahrungserwerb
Die Hadza suchten traditionell auch auĂerhalb der beschriebenen Gebiete bis in die Serengeti hinein nach Nahrung. Dennoch ist ihr Einflussraum auf einige wenige Biotope beschrĂ€nkt, so dass sie nach der Definition von Raymond Dasmann zu den letzten âĂkosystem-Menschenâ der Erde zĂ€hlen. Obwohl die Jagd in der Serengeti verboten ist, erkennen die tansanischen Behörden an, dass hier ein Sonderfall vorliegt, und setzen die Verordnungen nicht durch. Ebenso sind die Hadza die einzige Volksgruppe in Tansania, die keine Steuern zahlen muss. Nach Feldforschungsergebnissen sind die Erwachsenen am Tag durchschnittlich vier bis sechs Stunden lang mit der Nahrungsbeschaffung beschĂ€ftigt.cite-ref-32[32]
Es gibt bei den Hadza traditionell vier Formen des Nahrungserwerbs:
âą Wildpflanzen und deren Teile werden gesammelt: von BĂ€umen und StrĂ€uchern gepflĂŒckt oder geschĂŒttelt, vom Erdboden aufgelesen und ausgegraben.
âą Nester wildlebender Bienen werden ausgebeutet.
Dabei wird die Zusammensetzung des Speiseplanes nicht nur von der individuellen TĂŒchtigkeit und GlĂŒckszufĂ€llen bestimmt, sondern variiert in hohem MaĂe mit dem saisonalen Angebot, das die Natur bereithĂ€lt. Eine moderne Studie gibt fĂŒr die Gesamtnahrungsmenge (gemessen an der Nahrungsenergie), die innerhalb eines Jahres in einem Hadza-Lager verzehrt wurde, folgende Verteilung der Nahrungsmittel an:cite-ref-33[33]
| | Nahrungsquelle | Anteil |
|---|---|---|
| | Baobabfrucht | 14 % |
| | Wurzelknollen | 13 % |
| | NĂŒsse, Steinobst & HĂŒlsenfrĂŒchte | 13 % |
| | Beeren & Feigen | 9 % |
| | Honig | 11 % |
| | GroĂwild | 25 % |
| | Vögel & Kleines Wild | 7 % |
| | Durch Tauschhandel (von Landwirtschaft treibenden Nachbarvölkern) erworbene Nahrungsmittel | 8 % |
Somit lag dort das VerhÀltnis Pflanzen : Honig : Fleisch bei 49:11:32.
Pflanzliche Nahrung liefern Wurzelknollen diverser Arten (z. B. Vigna fructescens, Vigna macrorhyncha, Coccinia sp., Eminia entennulifa, Ipomoea transvaalensis, Vatoraea pseudolablab), der Afrikanische Affenbrotbaum (Adansonia digitata) oder Baobab mit seinen FrĂŒchten, Beeren (von Pflanzenarten wie Cordia crenata und Schwesternarten derselben Gattung, den SternbĂŒschen Grewia bicolor und Grewia villosa oder vom ZahnbĂŒrstenbaum (Salvadora persica) und andere FrĂŒchte (wie die des Marula-Baumes oder Elefantenbaumes, Sclerocarya sp. u. a.) und essbare BlĂ€tter. Maulbeerfeigen (Ficus sycomorus) sind eine höchst beliebte Speise bei Pavianen wie bei den Hadza, die sie unter den BĂ€umen aufsammeln oder herabschĂŒtteln.cite-ref-34[34] Die ölhaltigen Samen des Baobab werden nicht nur aus gepflĂŒckten FrĂŒchten gewonnen, sondern von den Hadzafrauen auch regelmĂ€Ăig aus dem Dung von Pavianen herausgelesen, die diese nicht öffnen oder verdauen können. Der von den Hadza Ă€uĂerst geschĂ€tzte Honig stammt von der Ostafrikanischen Hochlandbiene und einigen Wildbienenarten. Dabei nehmen die MĂ€nner nicht nur groĂe MĂŒhen, sondern auch Gefahren auf sich, wenn sie in groĂer Baumhöhe ohne Seilabsicherung Bienennester ausbeuten (vergleiche unten Gesundheitsbelastungen und -gefahren). Die Hadza sind hier Teil eines komplexen Symbiosenetzwerkes von vier Spezies. Der GroĂe Honiganzeiger oder Schwarzkehl-Honiganzeiger (Indicator indicator),cite-ref-35[35]cite-ref-36[36] ein bis zu 20 cm groĂer Vogel, ernĂ€hrt sich hauptsĂ€chlich von Bienenwachs, das ihm symbiontisch in seinem Darm lebende Schizomyceten (Micrococcus cerolyticus) durch Aufspaltung in FettsĂ€uren zu verdauen erlauben, ist aber selber nicht in der Lage, Bienennester aufzubrechen. Er weist daher sowohl den bis zu 70 cm groĂen, krĂ€ftig gebauten und durch dickes Fell und Speckschicht vor Stichen geschĂŒtzten Honigdachs (Mellivora capensis)cite-ref-37[37]cite-ref-38[38] als auch menschliche Wildbeuter durch einen charakteristischen Ruf und auffĂ€llige Bewegungen aktiv auf Bienennester hin, die er dank seines sehr fein entwickelten Geruchssinnes anhand des duftenden Bienenwachses ausfindig macht, und fĂŒhrt sie instinktiv ĂŒber lĂ€ngere Strecken zu deren Standort, in der Erwartung, anschlieĂend von der tierischen bzw. menschlichen PlĂŒnderung der Nester in Form von Wachs und Brut als Nahrung fĂŒr sich zu profitieren. (Zur Bedeutung des Honigs siehe auch unten Forschung bei den Hadza als âModell-Ethnieâ der Anthropologie.)
Die Jagd fĂŒhren die Hadza heute fast ausschlieĂlich mit Pfeil und Bogen durch (vergleiche Bogenjagd). Sie verwenden fĂŒr die Jagd auf Vögel und Wild von kleiner bis mittlerer GröĂe Pfeile mit hölzernen Spitzen. FĂŒr die Jagd auf GroĂwild werden gröĂere Pfeile angefertigt, die traditionell mit Steinspitzen versehen waren. Infolge im Laufe der Zeit ausgedehnterer Handelskontakte wird dafĂŒr heute ĂŒberwiegend mit Steinen zurechtgehĂ€mmertes Eisen verwendet. FĂŒr die Jagd auf gröĂere Beutetiere werden die Pfeile mit Giftpflanzen prĂ€pariert. DafĂŒr wird in erster Linie die WĂŒstenrose Adenium obesum verwendet,cite-ref-39[39] die in ihrer Sprache panju, panjub oder panjube heiĂt, weiters auch Strophanthus eminii,cite-ref-40[40] den sie shanjo nennen. Beide Pflanzen gehören der Familie der HundsgiftgewĂ€chse (Apocynaceae) an. Die GröĂe und Masse der Jagdbeute reicht heute von RĂŒsselspringern bis zu Giraffen (im Lebensraum der Hadza sind es Massai-Giraffen), als deren maximales Gewicht 1930 kg angegeben werden.cite-ref-41[41] D. F. Bleek erfuhr im Jahr 1930, dass âdas Fleisch von Giraffe und StrauĂ bevorzugt [werde] aufgrund seines Wohlgeschmacksâ (gemeint war dabei der Massai-StrauĂ, Strutio camelus massaicus).cite-ref-42[42]cite-ref-43[43] FĂŒr die Jagd auf Afrikanische Steppenelefanten (Loxodonta africana) sind die zur VerfĂŒgung stehenden Pfeilgifte nicht stark genug. Die bis zu 3200 kg schweren Flusspferde (Hippopotamus amphibius)cite-ref-44[44] waren frĂŒher im Eyasi-See anzutreffen und wurden gelegentlich mit hölzernen SpieĂen erlegt. Heute sind sie, ebenso wie Spitzmaulnashörner (Diceros bicornis), im Lebensraum der Hadza ausgerottet. Als besonders begehrte Fleischmahlzeit und damit Jagdbeute wurden Steppenpaviane beschrieben, wobei das Gehirn zum Abschluss der Mahlzeit von den JĂ€gern gemeinsam verzehrt wird.cite-ref-45[45] Beutetiere wie Stachelschweine (In Tansania vertreten durch Hystrix cristata) mĂŒssen in stundenlanger Arbeit aus ihrem Bau ausgegraben werden, was trotz der betrĂ€chtlichen Verletzungsgefahr nicht gescheut wird.cite-ref-46[46] Da die BestĂ€nde an GroĂwild im Lebensraum der Hadza gegenĂŒber frĂŒheren Zeiten deutlich zurĂŒckgegangen sind (siehe oben Geschichte und unten Existenzbedrohung), sind sie heute darauf angewiesen, vermehrt die dort in einer groĂen Anzahl von Arten vorkommenden Vögel zu verzehren.cite-ref-47[47] Es halten sich in âSavannen, trockene[n] Dornbuschsteppen, lichte[n] WĂ€lder[n], aber auch felsige[m] GelĂ€nde mit einzelnen BĂŒschen und BĂ€umenâ âHelmperlhĂŒhnerâ âauĂerhalb der Brutzeit in oft sehr starken Völkern auf.âcite-ref-48[48] Diese bis 63 cm groĂen und bis 1600 g schweren Vögelcite-ref-49[49] (in Tansania durch die Unterart Numida meleagris reichenowi vertreten) waren schon im Europa der Antike und FrĂŒhen Neuzeit eine kulinarische Attraktion, weshalb nord- und westafrikanische Unterarten damals domestiziert wurden, und sie bereichern auch hĂ€ufig den Speiseplan der HadzajĂ€ger (siehe das Bild).cite-ref-50[50] Auch die ausgewachsen durchschnittlich 0,130 kg schwere Brillentaube (Streptopelia decipiens) wird ĂŒberdurchschnittlich hĂ€ufig geschossencite-ref-51[51] und die JĂ€ger mĂŒssen ebenso des Ăfteren auf zahlreich vorkommende KleinsĂ€uger ausweichen wie die ausgewachsen 1,8 bis 5,4 kg schweren Klippschliefer (Procavia capensis), die mit ihnen nahe verwandten und hĂ€ufig vergesellschafteten, kleineren Buschschliefer (Heterohyrax brucei) von 1,3 bis 2,4 kg Gewichtcite-ref-52[52]cite-ref-53[53] und auf Nagetiere (Rodentia) (vergleiche die Bildsequenzen in dem kurzen Lehrfilm unter Weblinks), wie auch die mit den HadzajĂ€gern sympatrisch lebenden Leoparden (Panthera pardus) in Mangelsituationen wie Hochgebirgsregionen auf Klippschliefer als Hauptnahrung angewiesen sind.cite-ref-54[54]
WĂ€hrend ihrer PirschgĂ€nge suchen die JĂ€ger gewohnheitsmĂ€Ăig immer wieder mit den Augen den Horizont nach im Flug kreisenden Geiern ab. In ihrem Gebiet sind dies neben anderen Arten vor allem WeiĂrĂŒckengeier (Gyps africanus, von manchen Autoren auch als ZwerggĂ€nsegeier oder Pseudogyps africanus bezeichnet), âdie âCharaktergeierâ der wildreichen Steppenâ, die im Ăberflug groĂe Gebiete nach Anzeichen fĂŒr tote Tiere absuchen und sich schlieĂlich in groĂer Zahl, mit bis zu hunderten Individuen, an einem Kadaver einfinden können.cite-ref-55[55]cite-ref-56[56] (Siehe Bilder.) Indem sie diese als Wegweiser nutzen, gelingt es den Hadza regelmĂ€Ăig, an Fallwild zu gelangen und dieses fĂŒr sich auszuschlachten. Auch auf den Riss tierischer Beutegreifer werden sie so aufmerksam und können diesen hĂ€ufig deren Beute oder einen Teil derselben entwenden. (Siehe zu diesem Thema jedoch unten Physis und Gesundheit / Gesundheitsbelastungen und -gefahren.) Selbst die Kadaver von Elefanten, die von den Hadza ihrer GröĂe wegen nicht aktiv gejagt werden können, waren fĂŒr sie traditionell eine Quelle nicht geringer Mengen an Fleisch und des Ă€uĂerst begehrten Tierfettes. Heute sind deren BestĂ€nde durch die jahrhundertelange Elfenbeinjagd stark dezimiert (vergleiche oben Geschichte), was das seit Jahrtausenden bestehende Nahrungsangebot fĂŒr die Hadza entsprechend einschrĂ€nkt. (Zu den langfristigen ökologischen Folgen der Ausrottung der gröĂten SĂ€uger im Hadzaland, Nashörner und Elefanten, siehe unten Existenzbedrohung.)
AbhĂ€ngig von den natĂŒrlichen Wachstums- und Vermehrungszyklen können bestimmte Nahrungsquellen jeweils fĂŒr eine begrenzte Phase den Speiseplan dominieren. So verzehren die Hadza in der Reifezeit der Beeren einer Cordia-Spezies (Cordia sinensis) groĂe Mengen der FrĂŒchte, die wĂ€hrend etwa zweier Monate ihre Hauptnahrung darstellen. Zur Brutsaison der Webervögel â in diesem Fall wurden Blutschnabelweber (Quelea quelea) dokumentiert â werden deren Jungvögel in groĂer Zahl aus den Nestern erbeutet.cite-ref-57[57] Diese bis 12 cm groĂe Vogelart bildet nĂ€mlich âkleinere oder gröĂere Brutkolonien [âŠ] Die gröĂten [âŠ] können eine FlĂ€che von mehreren hundert Hektar bedecken und schĂ€tzungsweise bis zu zehn Millionen Nester enthalten. [Diese] stehen gewöhnlich in BĂ€umen, vor allem Akazien, gelegentlich auch in BinsenbestĂ€nden. Sie sind kunstvoll gewebt, von rundlicher Form mit seitlichem Eingang, und Ă€hneln denen der Feuerweber und Widas. [âŠ] Die Jungen bleiben sechzehn Tage im Nest [âŠ]â.cite-ref-58[58] Die Brutsaison findet in Ostafrika zweimal im Jahr statt, von Dezember bis Februar und von Mai bis Juli. Bis zu 6000 Nester können in einem Baum gezĂ€hlt werden. Da das Brutverhalten hochgradig synchronisiert ist, verlassen alle Vögel das Brutareal oft schon 40 Tage nach erstem Brutbeginn. Die Nester ziehen eine ganze Reihe von Beutegreifern an, die von der LangfĂŒhlerschrecke Acanthoplus discoidalis ĂŒber Reptilien und groĂe Vögel bis zu GroĂkatzen reichtcite-ref-59[59] â und auch die Hadza einschlieĂt, die in Gruppen mit aus langen Zweigen angefertigten Stangen die Jungvögel aus den Nestern stoĂen und an dieser NahrungsfĂŒlle teilhaben. Wurzelknollen dagegen, die in Anbetracht ihres vergleichsweise geringen Energiegehaltes am wenigsten beliebte Nahrungskategorie, gelten als âReservenahrungâ (âfall back foodâ), die das ganze Jahr ĂŒber in gleichen Mengen verlĂ€sslich verfĂŒgbar ist und auf die daher jederzeit zurĂŒckgegriffen werden kann, wenn an anderen, beliebteren Nahrungsmitteln Mangel herrscht. (Zur Illustration der in diesem Kapitel behandelten Themen siehe zusĂ€tzlich zu den nebenstehenden Bildern auch den kurzen Lehrfilm, die Filmvorschau, die bebilderten Reportagen und die Bildergalerie unter Literatur, Filmographie und Weblinks.)
Religion
Nach den laufenden Erhebungen des evangelikal-fundamentalistisch ausgerichteten Bekehrungsnetzwerkes Joshua Project werden andere Religionen von den Hadza wie viele fremde Dinge mit Ablehnung und Misstrauen angesehen. Demnach bekennen sich 95 Prozent der Ethnie zu ihrer traditionellen Religion. Die restlichen 5 Prozent sind Christen.
Traditionell haben die Hadza weder klare Gottesvorstellungen noch spirituelle Spezialisten oder Gebete, keine Sakralbauten, geheiligte GegenstĂ€nde oder Bildnisse, weder eine religiöse Moral noch Vorstellungen ĂŒber ein Leben nach dem Tod. Dennoch gibt es einen Glauben an ĂŒbernatĂŒrliche KrĂ€fte und Kulthandlungen, sodass die EinschĂ€tzung einiger frĂŒherer Autoren â die Hadza hĂ€tten keine Religion â heute als ĂŒberholt gilt.cite-ref-marlowe-2010-60-0[60]
Wie hĂ€ufig bei egalitĂ€ren Wildbeutern unterliegen Kosmogonie und Mythologie einem stĂ€ndigen Wandel und kennen keine Dogmen: Jeder Hadza hat seine eigenen Vorstellungen und Auslegungen der religiösen Ăberlieferungen. Insofern finden sich auch nur wenige ĂŒbereinstimmende Glaubensinhalte.cite-ref-61[61]
Sonne, Mond, Sterne und die Vorfahren der Menschen gelten als ĂŒbernatĂŒrliche Wesen. Die Sonne nimmt dabei eine zentrale Stellung ein: Im Himmel ist sie unter dem Namen Ishoko die Ehefrau des Mondes Seta, der sie stĂ€ndig verfolgt, aber nie erreicht. Die Sterne sind die Kinder des göttlichen Ehepaares. In Bezug zur Schöpfungsgeschichte wird die Sonne jedoch als mĂ€nnliche gedacht und Haine genannt (wie es von Hadza-MĂ€nnern erzĂ€hlt wird).cite-ref-marlowe-2010-60-1[60] Nach Kohl-Larsen hingegen ist Haine der Ehemann von Ishoko (an anderer Stelle als Mond identifiziert), wĂ€hrend die Sonne nach seinen Aufzeichnungen als Herrin der Tiere angesehen wird, die die Tierwelt, die mythologischen Riesen und einige fremde Menschen schuf; die Tiere behĂŒtet, aber auch das JagdglĂŒck lenkt. So gilt es als guter Wunsch an einen JĂ€ger, Ishokos Namen auszusprechen.cite-ref-kohl-larsen-62-0[62]
Bei der Schöpfung des Menschen â beziehungsweise der Hadza â spielt Haine (die Sonne) nur eine passive Rolle, indem sich der Riese Hohole und seine Frau Tsikaio vor ihm verstecken mussten. Nach einem Kobrabiss stirbt der Riese. Seine Frau muss zuerst vom Bein des Toten essen, um stark genug zu werden, ihn zu transportieren. AnschlieĂend zieht sie auf einen Affenbrotbaum und gebĂ€rt dort ihren Sohn Konzere. Tsikaio und Konzere wiederum gelten als Urahnen der Hadza, die schlieĂlich vom Baobab stiegen oder â nach einer anderen Version â ĂŒber den Hals einer Giraffe auf die Erde kamen.cite-ref-marlowe-2010-60-2[60]
Die Hadza glauben, dass Nachbarethnien Schadenzauber betreiben und sie verfluchen können. Selbst praktizieren sie keine Hexerei, obwohl ihr zentrales Ritualthema Epeme deutlich magische ZĂŒge trĂ€gt. So werden die Ursachen fĂŒr körperliche Leiden nicht selten mit TabubrĂŒchen bezĂŒglich Epeme in Verbindung gebracht. Epeme ist der mit Abstand stĂ€rkste Ausdruck religiöser Vorstellungen der Hadza. Es geht dabei um Mannbarkeit, Jagd, den Neumond und das VerhĂ€ltnis der Geschlechter zueinander. Epeme ist sowohl eine Art spirituelle Kraft, die der JĂ€ger durch den Verzehr des Fleisches bestimmter Tiere aufnimmt, als auch der Name einer Zeremonie, die in Sozialstruktur und Religion der Hadza eine entscheidende Rolle spielt.cite-ref-marlowe-2010-60-3[60]
Auch Hadza-Frauen haben Geheimnisse vor MĂ€nnern. Die weibliche Beschneidung, die Klitoridektomie, wird von den Frauen allein organisiert und als reine Frauensache angesehen. Nach der Operation jagen die neu beschnittenen jungen Frauen die MĂ€nner, insbesondere ihre potentiellen EhemĂ€nner, mit speziell dekorierten StĂ€ben und greifen sie gewaltsam an. Seit Ende des 20. Jahrhunderts gibt es einige Hinweise darauf, dass Hadza-Frauen aus eigener Initiative beschlieĂen könnten, die Beschneidung bald aufzugeben.cite-ref-lee-und-daly-63-0[63]
Epeme
Die erste erfolgreiche Jagd auf GroĂwild (etwa Nashorn, Flusspferd, Giraffe, BĂŒffel, Gnu oder Löwe) macht einen Hadzajungen zum Epeme-Mann. Anfang 20 werden die Jugendlichen aktiv dazu aufgefordert, es kann jedoch auch vorkommen, dass wesentlich JĂŒngere auf diese Weise geweiht werden. DemgegenĂŒber werden MĂ€nner ĂŒber 30 auch ohne Jagderfolg als Epeme eingestuft. Nur Epeme-MĂ€nner haben das Vorrecht, bestimmte Teile des GroĂwildes (Epeme-Fleisch: Niere, Lunge, Herz, Hals, Zunge und Genitalien) zu essen. Dies dĂŒrfen sie allerdings nur gemeinsam mit mindestens einem weiteren Epeme-Mann. Ebenso ist es Kindern, Frauen und uneingeweihten MĂ€nnern verboten, den Epeme-MĂ€nnern beim Essen von Epeme-Fleisch zuzusehen. Werden diese Tabus ĂŒbertreten, gehen die Hadza davon aus, dass ein schlimmes UnglĂŒck den âSĂŒnderâ treffen wird.cite-ref-marlowe-2010-60-4[60]
Das gleichnamige Epeme-Tanzritual wird in allen mondlosen NĂ€chten bei völliger Dunkelheit durchgefĂŒhrt, sodass die Teilnehmer nahezu nichts sehen können. Die Epeme-MĂ€nner gelten dabei als heilige Wesen und tanzen nacheinander in harter und steifer Performance fĂŒr ein bis zwei Minuten, wĂ€hrend sie den Frauen zurufen und zusingen, die als Begleitung in einer heiligen Pfeifsprache singen, die allein fĂŒr diesen Zusammenhang genutzt wird. Zuerst sitzen die Frauen dabei, im Verlauf des Tanzes stehen sie jedoch auf und tanzen mit zunehmender Anmut um den Mann herum, der diesen Auftritt mehrmals durchfĂŒhrt und jeweils etwas verlĂ€ngert. Nachdem ein Mann gegangen ist, gibt er seine TanzausrĂŒstung (schwarzer Umhang, Federschmuck, Schellen, Rasseln) einem anderen Mann und der Tanz wiederholt sich entsprechend.cite-ref-marlowe-2010-60-5[60]cite-ref-lee-und-daly-63-1[63]
Das Epeme-Ritual gilt als unverzichtbar fĂŒr das Wohlbefinden der Hadza. Es kann als eine wiederkehrende zeremonielle Versöhnung von MĂ€nnern und Frauen interpretiert werden.
Mythologie
Es gibt einige mythologische Figuren, von denen ein wesentlicher Einfluss auf das Schicksal des Volkes angenommen wird. Dazu gehört etwa Indaya, der die Rolle eines Kulturheros innehat: Man erzĂ€hlt von ihm, dass er vom Tod auferstand und zu den feldbauenden Isanzu ging, um von dort BrĂ€uche und Waren zu den Hadza zu bringen. Dies begrĂŒndet auch die freundschaftliche Stellung zur Isanzu-Ethnie. Auch bösartige Riesen mit menschlichen SchwĂ€chen kommen in der Hadza-Mythologie vor. Dabei spielt zum Teil wiederum die Hilfe Fremder oder eines Gottes â unter anderem eines Isanzu-Mannes â eine Rolle.cite-ref-kohl-larsen-62-1[62]
Die Sprache
Beschreibung
Die Sprache der Hadza, von ihnen Hadzane genannt, ist isoliert, weist aber typologische Ăhnlichkeiten mit den Khoisan-Sprachen auf.cite-ref-64[64] Diese Ăhnlichkeiten sah man vor allem in der Verwendung von Klick- oder Schnalzlauten. Die Wortstellung ist flexibel: Die Grundstellung ist Verb-Subjekt-Objekt (VSO), doch Verb-Objekt-Subjekt (VOS) und das GegenĂŒberstellen zu Subjekt-Verb-Objekt (SVO) sind beide sehr gebrĂ€uchlich. Es gibt fĂŒr Nomina (Hauptwörter) Genus oder grammatikalisches Geschlecht (Maskulinum und Femininum = mĂ€nnlich und weiblich) und Numerus oder Zahl (Singular und Plural = Einzahl und Mehrzahl). Sie werden durch Suffixe (angehĂ€ngte Endsilben) angezeigt wie folgt:
| | Sg. | Pl. |
|---|---|---|
| m. | | -bii |
| f. | -ko | -bee |
Auch Adjektive und Verben werden durch Zwischen- und Endsilben flektiert. Es gab keine Zahlwörter auĂer itchame (eins) und pie (zwei), bevor solche aus Nachbarsprachen entlehnt wurden.
Eine Besonderheit: Spezielle Namen fĂŒr tote Tiere
Hadza hat einige Aufmerksamkeit erlangtcite-ref-65[65] fĂŒr ein Dutzend âFeier-â (âcelebratoryâ, J. Woodburn) oder âTriumph-â (âtriumphalâ, R. Blench) -Namen fĂŒr tote Tiere.cite-ref-66[66] Sie sind grammatikalisch keine Nomina, sondern Verbformen im Imperativ. Sie werden verwendet, um eine erfolgreiche Jagd (oder Erbeutung eines Kadavers) zu verkĂŒnden und somit auf die spezifische Beute aufmerksam zu machen. Es sind diese (im Imperativ Singular):
| Tier | Generischer Name | Triumphname |
|---|---|---|
| Zebra | dĂłngoko | hantĂĄii |
| Giraffe | zzĂłkwanako | hĂĄwaii |
| KaffernbĂŒffel | naggomako | tĂslii |
| Leopard | nqe, tcanjai | henqĂȘe |
| Löwe | séseme | hubuee |
| Elenantilope | khomatiko | hubuii |
| Impala | p(h)Ăłphoko | dlunkĂșii |
| Gnu Kuhantilope | bisoko qqeleko | zzonoii |
| Andere groĂe Antilope | Andere groĂe Antilope | hephĂȘe |
| Kleine Antilope | Kleine Antilope | hingcĂee |
| Spitzmaulnashorn | tlhĂĄkate | hukhĂșee |
| Elefant Flusspferd | beggĂĄuko wezzĂĄiko | kapulĂĄii |
| Warzenschwein Eber | dlĂĄha kwa'i | hatchĂĄee |
| Pavian | neeko | nqokhĂłii |
| Afrikanischer StrauĂ | khenangu | hushĂșee |
Die Wörter sind einigermaĂen generisch: henqĂȘe kann fĂŒr jede gefleckte Katze verwendet werden, hushuee (hushuwee) fĂŒr jeden rennenden Laufvogel. âLöweâ und âElenantilopeâ verwenden dieselbe Wurzel. Blench (2008) schĂ€tzt, dass dies damit zu tun haben mag, dass die Elenantilope in der Region als magisch angesehen wird.
Physis und Gesundheit
Physis und allgemeiner Gesundheitszustand
Auch zur Physis und Gesundheit der Hadza liegen heute teils sehr detaillierte wissenschaftliche Studien vor. In Messreihen, die im Jahr 2000 veröffentlicht wurden, wurden geschlechtsspezifische durchschnittliche KörpermaĂe erwachsener Personen wie folgt bestimmt:cite-ref-67[67]
| | Bei MĂ€nnern | Bei Frauen |
|---|---|---|
| KörperlÀnge | 1,625 m | 1,513 m |
| Körperfettanteil | 11 % | 20,4 % |
| Körpermasseindex ( Body-Mass-Index ) | 20,2 | 20,6 |
Ernstere VersorgungsengpĂ€sse kommen selbst in DĂŒrrejahren nicht vor und Ă€rztliche Untersuchungen haben gezeigt, dass die Hadza ĂŒber eine sehr ausgewogene ErnĂ€hrung verfĂŒgen, die ihnen eine weit bessere Gesundheit beschert als ihren feldbauenden Nachbarn.cite-ref-68[68]
Gesundheitsbelastungen und -gefahren
Die Hadza sind einer langen Reihe von teils erheblichen gesundheitlichen Belastungen ausgesetzt. Manche davon teilen sie mit den anderen Völkern des Landes und anderer Tropengebiete. So sind Infektionskrankheiten, Atemwegs- und Durchfallerkrankungen hĂ€ufig, sowie die in Tropen endemische und gefĂŒrchtete Malaria tropica.cite-ref-69[69] Diese drei sind vor allem Hauptursachen fĂŒr die sehr hohe Kindersterblichkeit.
Andere Belastungsfaktoren ergeben sich aus ihrem spezifischen Lebensraum und ihrer Lebensweise. Bereits die Vegetation birgt Verletzungsgefahren durch zahlreiche Dornenpflanzen:
â[âŠ] Im Dunkeln durch das Hadzaland zu marschieren ist eine Herausforderung; DornbĂŒsche und spitze AkazienbĂ€ume beherrschen das GelĂ€nde und selbst wĂ€hrend des Tages gibt es keinen Weg zu vermeiden gestochen und zerkratzt und durchbohrt zu werden. Eine lange Wanderung in der Hadzawildnis kann sich anfĂŒhlen wie ein schrittweises Ganzkörpertattoo zu erhalten. Die Hadza verbringen einen betrĂ€chtlichen Anteil ihrer Erholungszeit damit, einander mit den Spitzen ihrer Messer Dornen auszugraben.âcite-ref-70[70]
(Zur Problematik der Dornpflanzen siehe auch unten Existenzbedrohung und offene Zukunft.) Beim Ausbeuten von Bienennestern in BĂ€umen â vor allem Baobab (siehe oben Nahrungserwerb, mit dem Bild) â von z. T. groĂer Höhe erleiden HadzamĂ€nner regelmĂ€Ăig StĂŒrze und dadurch nicht selten KnochenbrĂŒche, gelegentlich auch mit Todesfolgen. Vor allem alternde MĂ€nner mit nachlassenden KörperkrĂ€ften, die von der genuss- und prestigeversprechenden Honigjagd nicht ablassen wollen, sind dadurch gefĂ€hrdet. In ihrem Lebensraum kommen die Hadza gelegentlich mit verschiedenen Giftschlangen in BerĂŒhrung. Besonders gefĂŒrchtet ist hier die mit Abstand gröĂte des Kontinentes, die meist bis 2,50 m, in EinzelfĂ€llen bis zu 4,30 m lange Schwarze Mamba (Dendroaspis polylepsis), die im Gegensatz zu den anderen Arten der Gattung meist am Boden lebt.cite-ref-71[71] âMambas produzieren in ihren GiftdrĂŒsen hochwirksame Toxingemischeâ mit ĂŒberwiegend neurotoxischer Wirkung und ihr Biss fĂŒhrt bei gröĂeren injizierten Giftmengen ohne intensive medizinische Behandlung durch fortschreitende LĂ€hmung der Muskulatur und damit Atemstillstand zum Tode,cite-ref-72[72] kann sogar âinnerhalb von Minuten lebensbedrohlich werdenâ. Sie werden von Biologen als furchteinflössend und mit âmit auĂerordentlich starkem Giftâ versehen beschrieben, sind allerdings nur zur Brutzeit aggressiv.cite-ref-73[73] Auch Skorpione setzen ihr Jagdgift zur Verteidigung ein. Sie stechen zu, wenn man das Tier âunbeabsichtigt presst oder quetscht, [âŠ] oder wenn man unter Holz oder Steine greift, wo Skorpione sitzenâ, sowie auch Kinder, die mit ihnen spielen. Die fĂŒr Menschen gefĂ€hrlichen Arten gehören alle der Familie Buthidae an,cite-ref-74[74] von denen Parabuthus leiosoma in Ostafrika verbreitet ist.
Weiters gehen von groĂen Wirbeltieren Gefahren aus. FrĂŒher zogen sich Hadza regelmĂ€Ăig Sturzverletzungen zu auf der Flucht im unĂŒbersichtlichen und unwegsamen GelĂ€nde vor angreifenden Spitzmaulnashörnern und Elefanten, deren BestĂ€nde heute allerdings drastisch reduziert sind, was jedoch neue Gefahren mit sich bringt (siehe unten Existenzbedrohung). KaffernbĂŒffel (Syncerus caffer) sind fĂŒr gewöhnlich nicht aggressiv, greifen jedoch mit ihren bis zu 680 kg Körpermasse JĂ€ger sehr energisch an, nachdem sie von ihnen verletzt worden sind, und können den JĂ€gern dabei sehr gefĂ€hrliche Verwundungen zufĂŒgen.cite-ref-75[75]cite-ref-76[76] Daher werden sie unter die bekannten Todesursachen fĂŒr HadzamĂ€nner gerechnet.
HĂ€ufig versuchen die HadzajĂ€ger, groĂe und damit wehrhafte tierische JĂ€ger ihrer Beute zu berauben: dem Massai-Löwen (Panthera leo massaicus), dem Leoparden (Panthera pardus / vergleiche oben Nahrungserwerb) und der TĂŒpfelhyĂ€ne (Crocuta crocuta),cite-ref-77[77]cite-ref-78[78] die meist zwischen 40 und 65 kg, in manchen Exemplaren aber ĂŒber 80 kg Gewicht aufweist und der â[e]in krĂ€ftiges GebiĂ, das heiĂt groĂe ZĂ€hne und krĂ€ftige Kaumuskulatur, ermöglicht, ohne Schwierigkeiten Beinknochen groĂer Huftiere aufzubrechen. HyĂ€nen haben im Bereich der BackenzĂ€hne ein eigentliches BrechscherengebiĂâ (siehe dazu die entsprechende Illustration). Solche Versuche bezahlen HadzamĂ€nner trotz ihrer Bewaffnung gelegentlich mit dem Leben.cite-ref-79[79]
Heilmittel
Die Hadza verfĂŒgen auch selber ĂŒber verschiedene Arten von Heilmitteln. Auch nach Schlangenbissen werden verschiedene â nicht nĂ€her identifizierte â Pflanzen verabreicht, die sie selber als wirksam beschreiben. WĂ€hrend âbei den giftigsten Schlangen kaum Hoffnung besteht, da sie eine Person innerhalb Minuten oder Sekunden töten können, helfen diese Pflanzen doch offensichtlich bei weniger giftigen, doch immer noch tödlichen Schlangen, da viele Leute sagen, sie seien auf diese Weise gerettet worden.âcite-ref-80[80] Diese Wildpflanzen werden auch von Nachbarvölkern bei den Hadza als Tauschwaren nachgefragt. Solche traditionell verwendeten Schlangengift- und Skorpionsgiftgegenmittel wurden in Afrika vielfach beschrieben.cite-ref-81[81] FĂŒr mindestens zwei solcher Pflanzen, die unter anderem auch in Tansania als Heilpflanzen und in anderen LĂ€ndern des Kontinents auch als Pfeilgifte bekannt sind, wurde eine Wirksamkeit gegen Schlangengifte im spĂ€ten 20. Jahrhundert mit naturwissenschaftlich-experimentellen Methoden nachgewiesen: fĂŒr den Wilden Veilchenbaum (Securidaca longepedunculata) aus der Familie der KreuzblumengewĂ€chse (Poligalaceae), âeine legendĂ€re Medizinal- und Giftpflanze Afrikasâcite-ref-82[82]cite-ref-83[83] und fĂŒr das Kraut Diodia scandens aus der Familie der RötegewĂ€chse (Rubiaceae).cite-ref-84[84]cite-ref-85[85]
Existenzbedrohung und offene Zukunft
Einleitung
Die Hadza, die ihre Lebensweise seit Jahrtausenden weitgehend unverĂ€ndert bewahren konnten, sind heute in ihrer Existenzweise, kollektiven IdentitĂ€t und Kultur akut bedroht. Wurden sie am Ende des 19. Jahrhunderts wahrscheinlich durch das Eingreifen der deutschen Kolonialverwaltung vor der Auslöschung bewahrt, so kumulieren heute eine ganze Reihe seit sehr langer Zeit andauerndere Entwicklungen, die sich gegenseitig verstĂ€rken und zu denen noch moderne gesellschaftliche und wirtschaftliche Faktoren und Entwicklungen treten. Andererseits regt sich vor Ort und bei solidarischen Menschen in Europa und Nordamerika auch Widerstand, der Bewusstsein fĂŒr diese Situation zu schaffen und Gegenbewegungen voranzutreiben sucht.
Bedrohende Faktoren und Entwicklungen
Ăberblick
Langandauernde Entwicklungen
âą Die ackerbautreibenden und viehzĂŒchtenden Nachbarvölker begegnen den Hadza traditionell mit GeringschĂ€tzung (vergleiche oben Die Namensbezeichnung) und ohne RĂŒcksichtnahme auf deren Lebensweise und -bedĂŒrfnisse. Dies setzt sich in der Mehrheitsbevölkerung des modernen Staates fort, dessen Machthaber sĂ€mtlich sesshaften Völkern entstammen. (Vergleiche die gewaltsamen Ansiedlungsprogramme oben in Geschichte und Vorgeschichte.)
âą Seit der Kolonialzeit wurde von den EuropĂ€ern deren Ideologie des Fortschritts im Sinne eines modernen Staatswesens und einer profitmaximierenden, auf formaler Wissenschaft basierenden und die Natur ausbeutenden, technische und wirtschaftliche Innovationen anstrebenden Lebensweise auf die beherrschten Völker ĂŒbertragen und von diesen weitgehend ĂŒbernommen. So gilt auch vielen BĂŒrgern und Politikern im modernen Staat Tansania die Existenz eines Volkes mit der weitgehend unverĂ€nderten ursprĂŒnglichen Lebensweise nomadischer Wildbeuter als Manifestation von RĂŒckstĂ€ndigkeit und als eine âSchande fĂŒr die Nation.â
âą Die Hadza verfĂŒgen traditionell ĂŒber keinerlei soziale oder politische Organisation jenseits von Familie und eigener Gruppe mit fluktuierender Zusammensetzung. Das bewĂ€hrte sich in der angestammten Lebensweise, macht sie aber weitgehend wehrlos gegen Bedrohung von auĂen: Sie konnten dieser jeweils nur individuellen Widerstand entgegensetzen. Die Wildbeuter Ostafrikas, als deren letzte kulturelle Nachkommen die Hadza gelten, zogen sich seit Jahrtausenden zurĂŒck, was heute nicht mehr möglich ist. Sie verfĂŒgen traditionell auch nicht ĂŒber formale oder schulische Bildung (siehe unten), die ihnen eine aktive politische Interessenvertretung in der modernen Welt ermöglichen wĂŒrde.
âą Die stĂ€rkste Bedrohung geht seit Jahrtausenden vom â ĂŒber lange ZeitrĂ€ume betrachtet â kontinuierlichen Bevölkerungswachstum der sesshaften und NahrungsĂŒberschĂŒsse produzierenden Bevölkerung der GroĂregion aus, das sich seit dem 19. Jahrhundert beschleunigte. Die damit einhergehende VergröĂerung der NutzviehbestĂ€nde der sesshaften und teilnomadischen Völker verstĂ€rkt den wachsenden Landbedarf.
âą Dies fĂŒhrte und fĂŒhrt zu zunehmender Besiedlung zuvor freien Landes und dessen landwirtschaftlicher Dauernutzung.
âą Parallel dazu werden Ressourcen an Land, Wildpflanzen und Wasser zunehmend von mobilen Nutzviehherden beansprucht und stehen daher Wildtieren und Wildbeuter-Nomaden nicht mehr zur VerfĂŒgung.
âą WĂ€hrend die Jagd der Hadza mit traditionellen Methoden und fĂŒr den eigenen Lebensunterhalt auch langfristig keine schĂ€dliche Wirkung hatte, zeitigt seit dem 19. Jahrhundert die Jagd anderer Völker fĂŒr Zwecke der Gewinnung von LuxusgĂŒtern und Prestigeobjekten, des âSportsâ, der Unterhaltung und fĂŒr den Fleisch- und Souveniermarkt katastrophale Folgen fĂŒr Tierwelt, Landschaft und traditionelle JĂ€gervölker.
âą Die seit dem 19. Jahrhundert intensiven vielfĂ€ltigen AktivitĂ€ten weiĂer und afrikanischer Siedler, Hirten und JĂ€ger haben auch gravierende langfristige, z. T. indirekte ökologische Folgen, die die unmittelbar von den lokalen Naturressourcen vollstĂ€ndig abhĂ€ngigen Hadza direkt zu spĂŒren bekommen.
âą Der weltweite Klimawandel macht sich inzwischen auch im Norden Tansanias deutlich negativ bemerkbar.
⹠Durch zunehmende rÀumliche NÀhe mit Fremdvölkern verstÀrkte sich auch der Handelskontakt, wodurch Hadza unter anderem zunehmend in Kontakt mit Genussgiften und Rauschmitteln geraten.
Moderne Entwicklungen
âą ZwiespĂ€ltig gesehen und kontrovers bewertet wird von verschiedenen Hadza und externen Beobachtern die Rolle moderner Schulbildung. Manchen gilt diese als wĂŒnschenswert oder fĂŒr ein Bestehen in der heutigen Welt sogar unerlĂ€sslich notwendig. Andererseits gibt es, gerade fĂŒr den Internatsbetrieb, Bedenken, dass sie zu kultureller Entfremdung vom eigenen Volk und der eigenen Lebensweise und Tradition fĂŒhrt und die nachwachsende Generationen der Beeinflussung, PrĂ€gung und Indoktrination durch Fremde und deren Wertvorstellungen und Ziele öffnet.
âą Seit Ende des 20. Jahrhunderts wird in Tansania eine forcierte wirtschaftliche Entwicklung betrieben. In deren Zuge flieĂen auch betrĂ€chtliche Finanzmittel aus dem Ausland hierher.
âą Im 21. Jahrhundert wird im Zuge solcher Modernisierung der StraĂenbau im Norden Tansanias intensiv vorangetrieben, was unter anderem die Erreichbarkeit der Hadza in ihrem traditionellen RĂŒckzugsgebiet völlig verĂ€ndert.
âą Von manchen Beobachtern wie langjĂ€hrigen Feldforschern wird der in den 1990er Jahren verstĂ€rkt einsetzende profitorientierte Schautourismus zu den Hadza als langfristig gröĂte Bedrohung nach dem Bevölkerungsdruck angesehen.
Einzelheiten
Besiedlungsdruck
Die verbliebenen Jagd- und SammelgrĂŒnde der Hadza sind durch Eingriffe stark bedroht. Die Mang'ola-Region wurde zum Hauptanbaugebiet fĂŒr Zwiebeln in Ostafrika und dies fĂŒhrte zu einem starken Bevölkerungsanstieg in den letzten Jahren. Der westliche Lebensraum der Hadza befindet sich in einem privaten Jagdgebiet; der Aufenthalt der Hadza ist offiziell auf ein Reservat beschrĂ€nkt, in dem sie nicht jagen dĂŒrfen. Das Yaeda-Tal, lange wegen der Tsetse-Fliege unbesiedelt, wird nun von Datooga-Hirten beansprucht. Die Datooga roden die Hadza-LĂ€ndereien auf beiden Seiten des inzwischen vollstĂ€ndig besiedelten Tales als Weidegebiet fĂŒr ihre Ziegen und Rinder. Sie scheuchen das Wild auf und vertreiben es aus dem Gebiet und die Rodungen zerstören die Beeren, Pflanzenwurzelknollen und Honigstöcke, auf die die Hadza angewiesen sind. Zudem fĂŒhren die Wasserlöcher, die sie fĂŒr ihr Vieh graben, dazu, dass die flachen Wasserlöcher, aus denen die Hadza ihr Trinkwasser schöpfen, austrocknen. Die meisten Hadza sind daher nicht mehr in der Lage, sich allein aus der Wildnis zu versorgen ohne ergĂ€nzende Nahrungsmittel wie den in Ostafrika als BasisernĂ€hrung ĂŒblichen Getreidebrei (traditionell aus Hirse, heute ĂŒberwiegend aus Maismehl zubereitet), der dort als Ugali bekannt ist.
Ăkologische VerĂ€nderungen und Jagd durch Fremde
Auch von der bereits in der frĂŒhen Neuzeit und verstĂ€rkt im 19. Jahrhundert einsetzenden Bejagung der massigsten Spezies der Megafauna mit Feuerwaffen und in der Folge deren dramatischer Bestandsvernichtung (siehe oben Geschichte und Nahrungserwerb) werden ernste Konsequenzen erwartet: Es gibt deutliche Hinweise darauf, dass die Nahrungsaufnahme und die stampfende Fortbewegung der Spitzmaulnashörner und Steppenelefanten frĂŒher viele Landschaftsteile offenhielten.
Die Spitzmaul- oder Spitzlippennashörner, deren Maximalgewicht mit 1300 kgcite-ref-86[86] oder 1500 kg angegeben wird,
âessen besonders gern Zweige, die sie mit ihren spitzen Oberlippe wie mit einem Finger oder einer Hand fassen. Auch wenn man sie auf einer GrasflĂ€che weiden sieht, ziehen sie in Wirklichkeit vielfach nur ganz kleine, neue, winzige BĂŒsche daraus hervor. [Der englische Ăkologe und NaturschĂŒtzer Sir Frank] Fraser-Darling fand, daĂ ein Nashorn tĂ€glich 250 kleine Flöten-Akazien [(Vachellia drepanolobium)] aus der Erde zog und verzehrte. Wie sehr mögen Nashörner das Bild der afrikanischen Landschaft in dieser Weise verĂ€ndern! Und welche Folgen kann wohl ihre Ausrottung in manchen Gegenden haben!â
Sie können auch gröĂere BĂ€ume mit Einsatz ihrer Hörner und ihres Körpergewichts umbrechen, um anschlieĂend âdie Spitzen der jungen Zweige abzuweiden. Spitzlippennashörner verzehren auch die sehr stacheligen Zweige der DornbĂŒsche [âŠ]â
Die ökologische Bedeutung der bis zu 6 t schweren Steppenelefantencite-ref-90[90] liegt hier in der groĂen Nahrungsmenge, die sie auch von Buschwerk und BĂ€umen gewinnen, welche sie dazu auch umbrechen können und darin, dass sie Pflanzensamen verbreiten und Wege bahnen, die auch andere Tiere und Menschen nutzen können.cite-ref-91[91] Nach regionaler Ausrottung bereits in Antike und Mittelalter beschwor der arabische Elfenbeinhandel, der im 17. Jahrhundert einsetzte, einen weiteren schnellen RĂŒckgang der Elefantenpopulationen sowohl in West-, als auch in Ostafrika herauf. Der Prozess wurde in der Kolonialzeit durch VerkehrserschlieĂung und moderne Technologie beschleunigt und erreichte zwischen 1830 und 1910 und dann wieder zwischen 1970 und 1989 seinen Höhepunkt. Siedlungsdruck, Entwaldung und StraĂenbau, die Wildwanderwege unterbrechen, stellen heute neben der Jagd eine Bedrohung dar.cite-ref-92[92]
Das Fehlen dieser Arten wird wegen ihrer angestammten landschaftsgestaltenden Funktion langfristig voraussichtlich dazu fĂŒhren, dass nunmehr ungehindert wachsende und daher zunehmend dichte BestĂ€nde von DornbĂ€umen und -bĂŒschen die Unwirtlichkeit und Unwegsamkeit der Landschaft verstĂ€rken und die Zahl des Jagdwildes und der Wildpflanzen vermindern werden, auf die die Hadza zum Ăberleben angewiesen sind.cite-ref-93[93] (Siehe auch Megaherbivorenhypothese.)
Im Jahr 2007 verpachtete die Lokalregierung, die die an das Yaeda-Tal anschlieĂenden LĂ€ndereien der Hadza kontrolliert, die gesamten 6500 Quadratkilometer des Gebietes an die Königliche Al Nahyan-Familie der Vereinigten Arabischen Emirate zu deren Nutzung als ein âpersönliches Safari-Erholungsgebietâ (âpersonal safari playgroundâ).cite-ref-mccrummen-2007-94-0[94] Sowohl die Hadza, als auch benachbarte Datooga wurden gewaltsam ausgewiesen und dabei einige Widerstand leistende Hadza inhaftiert. Nach Protesten von seiten der Hadza und negativer Berichterstattung in der internationalen Presse wurde der Vertrag jedoch wieder rĂŒckgĂ€ngig gemacht.cite-ref-95[95]
Weiters machen sich auch weltweite und regionale KlimaverĂ€nderungen bereits jetzt im nördlichen Tansania bemerkbar. So wurden bei einem Wahrzeichen des Landes, dem an seiner Nordgrenze gelegenen Kilimandscharo, einem ehemaligen Vulkan und zugleich höchstem Berg des Kontinents, abnehmende Gletscher dokumentiert,cite-ref-96[96] die abnehmende Niederschlagsmengen in der Region weithin sichtbar machen. Dies wird sich in dem letzten RĂŒckzugsgebiet, mit dem die Hadza vorlieb zu nehmen gezwungen sind und das ohnehin von saisonalem Wassermangel und zunehmender Konkurrenz um Ressourcen geprĂ€gt ist, in Zukunft nicht weniger zeigen.
Moderner Schautourismus
Durch Dokumentationen ĂŒber die Hadza in Nachrichtenmedien wie den Public Broadcasting Service in den USA und der BBC in GroĂbritannien wurden die Hadza der Mangâola-Region zu einer Touristenattraktion, wobei sich die Besucherzahlen in der zweiten HĂ€lfte der 1990er Jahre innerhalb kurzer Zeit erheblich verstĂ€rkten. Die materiell wohlhabenden, in groĂen Fahrzeugen antransportierten Reisenden bekommen dabei VorfĂŒhrungen von BogenschieĂen und TĂ€nzen vermeintlich âauthentischer Wilderâ zu sehen (siehe auch oben unter Bekleidung.) Obwohl dies bei oberflĂ€chlicher Betrachtung den Hadza zu helfen scheinen mag, wird der GroĂteil des dadurch eingenommenen Geldes einbehalten von Regierungsbehörden und geschĂ€ftstĂŒchtigen, profitorientierten Tourismusunternehmern und deren Angestellten, die auslĂ€ndischen oder tansanischen Fremdvölkern angehören, anstatt den Hadza zugutezukommen. Geld, das die â traditionell an keinerlei monetĂ€re Wirtschaft, auch nicht an langfristiges, weit vorausschauendes Denken, an keine Vorratshaltung oder andere Langzeitplanung gewöhnten â Hadza direkt erhalten, wird von ihnen gleich ausgegeben bei Nachbarvölkern fĂŒr landwirtschaftlich erzeugte Lebensmittel und zunehmend auch fĂŒr Genussmittel. Der Tourismus fĂŒhrt daher langfristig zu einem anderen Lebensstil, zu einer anderen, ungesĂŒnderen ErnĂ€hrung und vor allem zu einem langfristigen Verlust praktischen und kulturellen Wissens. DarĂŒber hinaus trĂ€gt er wesentlich zu Alkoholismus bei, den die alkoholische GetrĂ€nke herstellenden Nachbarvölker aus Profitinteresse durch aggressives Verkaufsverhalten gezielt fördern, und TodesfĂ€lle durch Alkoholvergiftung und alkoholinduzierte Gewaltanwendung sind seit einiger Zeit örtlich zu ernsten Problemen geworden.cite-ref-97[97] Zudem förderte Alkoholkonsum die Ausbreitung von Krankheiten wie der Tuberkulose unter körperlich geschwĂ€chten Hadza.
Wegen solcher immer weiter zunehmenden Gewöhnungseffekte sehen erfahrene Beobachter im kommerziellen Schautourismus unserer Tage nach dem Bevölkerungswachstum und Besiedlungsdruck die gröĂte Gefahr fĂŒr die Weiterexistenz der Hadza als eigenstĂ€ndiges Volk mit ihrer angestammten, heute einzigartigen Lebensweise und auf dieser beruhenden Kultur:
â[âŠ] Es scheint so, daĂ die Hadza vielleicht fĂŒr eine Weile mit Nahrungssuchen fortfahren werden wĂ€hrend der Regenzeit, wenn Schlamm die Touristen davon abhĂ€lt zu kommen. Aber es wird vielleicht nicht mehr lange dauern, bis der Tourismus fĂŒr die ganzjĂ€hrige Nahrungssuche das Ende bedeutet. Es wird vielleicht so sein, daĂ die Kultur der Hadza, die kaum verĂ€ndert geblieben ist trotz des langen Kontakts zu mĂ€chtigeren Nachbarn, nunmehr, mit der Ankunft der Touristen, schlieĂlich den EinflĂŒssen von auĂen erliegen wird, ĂŒberwiegend deshalb, weil Touristen eine Geldquelle sind. Die Ironie dabei ist natĂŒrlich, daĂ die Touristen kommen, um Wildbeuter zu sehen und sobald sie das Wildbeutertum vollstĂ€ndig zum Verschwinden gebracht haben, werden sie nicht mehr kommen und die Hadza ohne Einkommensquelle zurĂŒcklassen.âcite-ref-98[98]
Gegenbewegungen
Der erfahrene Feldforscher Nicholas Blurton Jones beschreibt dagegen die WĂŒnsche der traditionell lebenden Angehörigen des Volkes:
âThe Hadza say they have always hunted and gathered, and often say that they wish to do so for ever. When the context arises, they explain to other Tanzanians that the bush is clean, peaceful, and safe, and that unlike farmers, they like to eat meat and the bush provides enough, even though their hunting is conducted only by traditional bow and arrow.â
âDie Hadza sagen, sie haben immer gejagt und gesammelt, und sagen oft, dass sie wĂŒnschen, dies fĂŒr immer zu tun. Bei Gelegenheit erklĂ€ren sie anderen Tansaniern, dass der Busch sauber, friedlich und sicher ist und dass sie im Gegensatz zu Ackerbauern gerne Fleisch essen und der Busch genĂŒgend zur VerfĂŒgung stellt, obwohl ihre Jagd nur mit Pfeil und Bogen durchgefĂŒhrt wird.âcite-ref-99[99]
Im Sinne des Ethnologen Claude LĂ©vi-Strauss gehören sie zu den âkalten Kulturenâ, deren Fokus auf der Bewahrung ihrer traditionellen Kulturmerkmale liegt.
Im Jahr 1989 hielten Moringe Parkipunty als Aktivist fĂŒr die Massai und Richard Baalow als Aktivist fĂŒr die Hadza erstmals als Abgesandte afrikanischer Gemeinschaften Ansprachen auf der sechsten Sitzung der Arbeitsgruppe fĂŒr Indigene Völker der Vereinten Nationen in Genf, um auf die schamlosen Verletzungen gemeinschaftlicher und individueller Rechte der Minderheitengruppen der Wildbeuter und vieler Gruppen von Hirtenbevölkerung in Ostafrika aufmerksam zu machen. AnschlieĂend wurden in Arusha, der Regionalmetropole Nordtansanias, Nichtregierungsorganisationen zu deren UnterstĂŒtzung gegrĂŒndet, die seither um ihr Rechte kĂ€mpfen.cite-ref-100[100] Auch Organisationen in Ăbersee schlossen sich dieser Initiative an wie Survival International, die in mehreren LĂ€ndern vertreten ist, und Rettet die Naturvölker in Deutschland (siehe deren Informationsportale unter Weblinks).
Im Oktober 2011 hat die Regierung Tansanias zum ersten Mal die Landrechte einer Hadza-Gemeinde formal anerkannt und Eigentumsurkunden ĂŒbergeben.cite-ref-101[101]
Im Zuge internationaler BemĂŒhungen, den weltweiten Klimawandel einzudĂ€mmen, werden inzwischen auch sogenannte Naturvölker oder Naturnah lebende Gemeinschaften als Partner angesehen, die es in ihrer traditionellen Lebensweise unter anderem auch als Bewahrer natĂŒrlicher Vegetation zu unterstĂŒtzen gilt. In diesem Sinne engagiert sich heute das Sozialunternehmen Carbon Tanzania fĂŒr die Hadza.cite-ref-102[102]
In diesem Zusammenhang wurde im Jahr 2019 in New York der Equator Prize des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen fĂŒr naturbasierte BeitrĂ€ge indigener Völker zum Klimaschutz an einen ReprĂ€sentanten der Hadza verliehen.cite-ref-103[103]
Forschung bei den Hadza als âModell-Ethnieâ der Anthropologie
EinfĂŒhrung: Erkenntnisinteresse, Kontext und Rezeption
Die Hadza sind fĂŒr Wissenschaftler deshalb besonders interessant, weil sie gewissermaĂen als Modell-Ethnie fĂŒr allgemeine Fragestellungen der Anthropologie, der Evolutionsökologie und der Hominisation dienen und helfen, die âursprĂŒnglicheâ oder auch ânaturgemĂ€Ăeâ Lebensweise, die Umwelt und Entstehungsbedingungen des (frĂŒhen) Menschen zu verstehen und zu rekonstruieren.cite-ref-104[104] Dabei birgt das Schlussfolgern von rezenten Beobachtungen und stets ausschnitthaften Daten wissenschaftsmethodische TĂŒcken: âDie Rekonstruktion von Verhalten ist ein wichtiger Bestandteil von Szenarien zur Menschwerdung: ErnĂ€hrungsstrategien wie Sammeln, Jagen oder Aasfressen sowie Aspekte des Gemeinschaftslebens wie Nahrungsteilung, Kooperation und Kommunikation basieren auf individuellen Verhaltensweisen, aber die Gegenargumente zu den Hominisationsmodellen zeigen, dass viele SchwĂ€chen und IrrtĂŒmer in den Modellen auf Fehlinterpretationen im Bereich des Verhaltens beruhen.âcite-ref-105[105] Ergebnisse aus der Feldforschung bei den Hadza werden zunĂ€chst als englischsprachige AufsĂ€tze in Fachzeitschriften veröffentlicht, finden inzwischen aber auch Eingang in Fach-EnzyklopĂ€dien etwa der Evolutionsbiologie,cite-ref-106[106]cite-ref-107[107] sowie in LehrbĂŒcher englischer und deutscher Sprache in verschiedenen Fachdisziplinen wie der Humanbiologiecite-ref-108[108] und der EvolutionĂ€ren Medizincite-ref-109[109] und seit Mitte der 2010er Jahre zu Themen der Physiologie und Gesundheitsförderung in populĂ€rwissenschaftliche Zeitschriften wie Scientific American in den USA,cite-ref-110[110] wie zeitversetzt in deren âTochterâ Spektrum der Wissenschaftcite-ref-111[111] und auch in Geo in Deutschland.cite-ref-112[112]
Studien zu einzelnen Themen und Fragestellungen
Nahrungsbeschaffung und ErnÀhrung
(Vergleiche die Ăbersichtsdarstellung oben im Kapitel Die traditionelle Lebensweise.)
Nach im Jahr 2009 publizierten Ergebnissen unterscheiden sich die Geschlechter signifikant in ihren spezifischen Nahrungsmittelvorlieben. Von den fĂŒnf Hauptkategorien an Nahrung bei den Hadza gaben alle Honig als ihr Lieblingsnahrungsmittel an und Wurzelknollen als das am wenigsten geschĂ€tzte, mit BaobabfrĂŒchten in der mittleren Position. Doch wĂ€hrend Frauen Beeren als zweitliebstes schĂ€tzten und Fleisch nur den vierten Rang zuwiesen, verhielt es sich bei MĂ€nnern genau umgekehrt mit Fleisch im zweiten und Beeren im vierten Rang.cite-ref-113[113]
Physiologie
US-amerikanischen Forschern gelang es bei einer im Jahr 2012 publizierten Untersuchung im Hadzaland bei âmehreren Dutzendâ Frauen und MĂ€nnern, âerstmals [âŠ], den tĂ€glichen Energieumsatz von JĂ€gern und Sammlern direkt zu messen.â Denn âMediziner und Evolutionsbiologen haben lange angenommen, unsere JĂ€ger-und-Sammler-Vorfahren hĂ€tten mehr Energie umgesetzt, als wir Stadtmenschen es heute tun. Angesichts der harten körperlichen Arbeit, die Wildbeuter stĂ€ndig leisten, erscheint das völlig logisch. Viele Experten im Gesundheitswesen haben deshalb die These aufgestellt, der mutmaĂliche RĂŒckgang im tĂ€glichen Energieaufwand sei der Grund dafĂŒr, dass Ăbergewicht, Fettsucht und metabolisches Syndrom in der entwickelten Welt hĂ€ufiger werden. Wie sollte es auch anders sein, angesichts der energiereichen Nahrung, die wir nicht in körperliche AktivitĂ€t ummĂŒnzen und die sich daher in Körperfett niederschlĂ€gt?â Doch zur âVerblĂŒffungâ der Forscher ergab die Untersuchung mit modernsten naturwissenschaftlichen Methoden: âHadza-MĂ€nner verzehren und verbrennen demnach im Schnitt 11000 Kilojoule (2600 Kilokalorien) tĂ€glich, Hadza-Frauen etwa 8000 Kilojoule (1900 Kilokalorien) â das ist kaum ein Unterschied zu Erwachsenen in den USA oder in Europa.â â[âŠ] Es schien so offensichtlich zu sein, dass körperlich aktive Menschen mehr Nahrungsenergie verbrauchen, dass wir dieses Paradigma ohne kritische ĂberprĂŒfung und ohne Evidenz akzeptiert hatten.â Nunmehr ergebe sich die Einsicht, dass der Energieumsatz âweitgehend fixiertâ sei, sowohl bei der menschlichen Spezies, als auch bei anderen Primaten und weiteren Tierarten, wie spĂ€tere Untersuchungen jeweils mit dem Vergleich von in freier Wildnis mit in menschlicher Obhut oder Gefangenschaft lebenden Individuen ergab. Die fĂŒr körperliche AktivitĂ€t aufgewendete Energie werde also offensichtlich vom Organismus an anderen Stellen eingespart. FĂŒr die GesundheitsfĂŒrsorge folge daraus: âDie meisten Mediziner dĂŒrften das alte Diktum kennen, wonach man einer schlechten ErnĂ€hrung nicht davonlaufen kann.â Körperliche Bewegung sei notwendig, âum gesund und vital zu bleiben,â aber zur Gewichtskontrolle mĂŒsse man sich auf die Nahrungsenergiezufuhr konzentrieren.cite-ref-114[114]cite-ref-115[115]
Eine im Jahr 2017 veröffentlichte Untersuchung der Darmflora von 188 Personen zeigte, dass diese in der Regen- bzw. Trockenzeit â also in Jahreszeiten, da unterschiedliche Nahrungsquellen genutzt werden â in ihrer Artenzusammensetzung deutliche Unterschiede aufweist.cite-ref-116[116]cite-ref-117[117]
(FĂŒr weitere Ergebnisse aus der Feldforschung bei den Hadza siehe oben die Kapitel Vorgeschichte, Die traditionelle Lebensweise, sowie Physis und Gesundheit.)
Filmographie
Die deutsche Dokumentarfilmserie aus dem Jahr 1941
âą Daten: Ludwig Kohl-Larsen: Die Tindiga. Ein JĂ€ger- und Sammlervolk im abflusslosen Gebiet Deutschostafrikas. Deutschland 1941. 42 Minuten. 16 mm, Video.
âą Hintergrund und Entstehung: Eine moderne Zusammenfassung von Aufnahmen der âDeutschen Afrikaexpeditionen 1934â1936 und 1937â1939 unter Leitung von Dr. Ludwig Kohl-Larsenâ. Sie wurden im Jahr 1941 zu fĂŒnf Hochschulfilmen der Reichsanstalt fĂŒr Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht (RfdU bzw. spĂ€ter RWU) verarbeitet. (Zum Autor siehe unten Literatur, zum Titel des Films siehe oben Die Namensbezeichnung.)
âą Quelle: Die Originalaufnahmen und weitere FundstĂŒcke der Expeditionen werden im Kohl-Larsen-Archiv des Museums der UniversitĂ€t TĂŒbingen aufbewahrt, an welcher er zuletzt geforscht hatte.
âą Bildeindruck: Ein Originalbild wurde im Programm zu einer WiederauffĂŒhrung im Jahr 2019 veröffentlicht.cite-ref-118[118]
âą Die Themen und Titel der ursprĂŒnglichen Einzelfilme lauten:
âą Die Landschaft und ihre Bewohner
âą Die Tindiga als Sammler
âą Die Tindiga als JĂ€ger
âą Feuerbereitung und handwerkliche FĂ€higkeiten
âą Spiele und Tanz.
Der US-amerikanische Dokumentarfilm aus dem Jahr 2014
âą Daten: The Hadza: Last of the First. USA 2014. 71 Minuten. Direktor: Bill Benenson. Mit Auftritten verschiedener Wissenschaftler wie der Anthropologin Alyssa Crittenden, die auch als beratende Expertin mitwirkte (vergleiche das Interview unter Weblinks), der Primatologin Jane Goodall und anderen.
âą Beschreibung und Entstehung: âEin Dokumentarfilm ĂŒber die Bedeutung der Hadza-JĂ€ger & Sammler fĂŒr die Erforschung der Evolution des Menschen und kulturelles Ăberleben.â Gedreht wurde wĂ€hrend dreier Wochen im August 2011 in der Heimat der Hadza in Nordtansania, sowie wĂ€hrend einer Woche in Kalifornien (USA). Die Premiere fand statt im MĂ€rz 2014 beim Smithsonian Environmental Film Festival in Washington, D.C.cite-ref-119[119]cite-ref-120[120]cite-ref-121[121]
âą Anschauung:
âą Vorstellung des Films mit zehn groĂformatigen Photographien auf dem Portal des Produzenten.cite-ref-122[122]
âą Filmvorschau (Trailer) (von 1:44 Minuten LĂ€nge).cite-ref-123[123]
âą Rezeption:
⹠Rezension mit gemischtem Urteil von Martin Tsai auf dem Portal der Los Angeles Times, veröffentlicht am 23. Oktober 2014 (englisch).cite-ref-124[124]
âą Der Rezensent empfindet den Film insgesamt als (zu) âakademischen, doch wertvollen Blickâ auf die Hadza. Den Stil vergleicht er mit Dokumentarfilm- und Zeitschriftenveröffentlichungen, er wirke weit entfernt von Filmkunst, einige Passagen seien amateurhaft und unpassend trocken-wissenschaftlich. Er vermeide es, die âmythenschaffende Ethnographieâ wiederzubeleben, als deren Inbegriff er den berĂŒhmten Film Nanook of the North von Robert Flaherty aus dem Jahr 1922 versteht. Die egalitĂ€re Gesellschaft der Hadza wirke viel zivilisierter als seine und der Film erweise sich als an solchen Stellen am wertvollsten, an denen Hadza von ihren Konfrontationen mit der Moderne berichten wie etwa Schulkinder, die eine weite und sehr anstrengende Flucht aus einer Internatsschule auf sich nahmen, um den dort praktizierten ZĂŒchtigungen zu entfliehen, die sie in ihrer Heimat nie kennengelernt hatten.
⹠Positive Rezension von Anita Gates auf dem Portal der New York Times, veröffentlicht am 30. Oktober 2014 (englisch).cite-ref-anita-gates-125-0[125]
âą Die Rezensentin bewertet den Film als âeine entzĂŒckende Dokumentation [âŠ] ĂŒber ein Volk in Tansania, die auf diese Weise [wie unsere Vorfahren vor der Entwicklung der Landwirtschaft] leben und uns daran erinnern, wie eine nachhaltige Lebensweise wirklich aussieht und wie lĂ€cherlich weit wir davon entfernt sind.â
âą Positive Rezension von Camilla Power auf dem Portal Anthropology News der American Anthropological Association, veröffentlicht am 21. Mai 2018 (englisch). Die Rezensentin ist Anthropologin an der University of East London und hat selber Feldforschung bei den Hadza durchgefĂŒhrt.cite-ref-anita-gates-125-1[125]
âą C. Power nennt ihn âeine faszinierende, sehenswerte Dokumentation ĂŒber das Hadzavolk.â Auch sie behielt die âverschiedenen bestĂŒrzten Reaktionen der Hadzakinderâ, die ihre Erfahrungen in Swahili-Schulen wiedergaben, in Erinnerung und empfand diese als âsehr anrĂŒhrend.â Im Zusammenhang mit den Fragen des zukĂŒnftigen Schicksals dieses Volkes stellt sie als Fazit die Frage, ob, anstatt die Hadza zu entwickeln, nicht wir diejenigen seien, die âLektionen von ihnen lernen mĂŒssen.â
(Vergleiche auch unten Didaktische Medien unter Weblinks.)
Literatur
Wissenschaftliche Fachliteratur
(Gelistet werden hier Ăbersichtsarbeiten sowie forschungsgeschichtlich wichtige und mehrfach zitierte Publikationen. FĂŒr nur gelegentlich zitierte Veröffentlichungen und Literatur zu Spezialthemen und Randgebieten siehe auch unten die Belege.)
Auf Forschung bei den Hadza basierende Veröffentlichungen
Erste Reiseberichte und Forschungsergebnisse, die in der Kolonialzeit publiziert wurden
(in chronologischer Reihenfolge nach dem Jahr der Veröffentlichung)cite-ref-126[126]
âą (1894) Oskar Baumann: Durch Massailand zur Nilquelle: Reisen und Forschungen der Massai-Expedition des deutschen Antisklaverei-Komite in den Jahren 1891â1893. Reimer-Verlag, Berlin. (Auch als englische Ăbersetzung aus dem Jahr 1964 und als deutsche Reprintausgabe aus dem Jahr 1968.) (Der österreichische Geograph O. Baumann gilt als europĂ€ischer wissenschaftlicher Entdecker des Eyasi-Sees und des Ngorongoro-Kraters. Sein Buch enthĂ€lt die erste bekannte ErwĂ€hnung der Hadza. Da diese sich jedoch vor ihm versteckten, basiert sein Bericht ĂŒber sie ausschlieĂlich auf den Berichten anderer Völker der Region.)
âą (1910) M. Krause: Das Pfeilgift der Watindiga. In: Berliner Klinische Wochenschrift. S. 1699â1702.
âą (1912) Erich Obst: Von Mkamala ins Land der Wakindiga. In: Mitteilungen der Geographischen Gesellschaft in Hamburg. Band 26, S. 1â45.
⹠(1916) Otto Dempwolff: Die Sandawe. Linguistisches und ethnographisches Material aus Deutsch-Ostafrika (= Abhandlungen des Hamburger Kolonialinstituts. Band 34, Reihe B, Heft 19). Verlag L. Friederichsen, Hamburg. (O. Dempwolff diente als MilitÀrarzt in der deutschen Kolonie und betrieb linguistische und ethnographische Studien, in Ostafrika vor allem bei den Sandawe.cite-ref-127[127] In diesem Zusammenhang traf er auch selber auf die Hadza, die er nebenbei erwÀhnt.)
âą (1924/25) F. J. Bagshaw: The peoples of the Happy Valley (East Africa). Part 2. In: Journal of the African Society. Band 24, S. 25â33.
âą (1931) Dorothea F. Bleek: The Hadzapi or Watindega of Tanganyika Territory. In: Africa. Zeitschrift des International African Institute. Band 4, S. 273â286.
âą (1949) B. Cooper: The Kindiga. In: Tanganyika Notes and Records. S. 8â15.
âą (1956) H. A. Fosbrooke: A stone age tribe in Tanganyika. In: The South African Archeological Bulletin. Band 11 (41), S. 3â8.
âą (1956) Ludwig Kohl-Larsen: Das Elefantenspiel. Mythen, Riesen und Stammessagen. VolkserzĂ€hlungen der Tindiga. Erich Röth-Verlag, Eisenach und Kassel. (Eine Sammlung von Mythen der Hadza: Von Riesen, von der Entstehung der Welt und ihrer natĂŒrlichen Ordnung, sowie Stammessagen und anekdotische MĂ€rchen.)
âą (1958) Ludwig Kohl-Larsen: Wildbeuter in Ostafrika. Die Tindiga, ein JĂ€ger- und Sammlervolk. Mit 119 Fotos vom Verfasser und 77 Zeichnungen von Hans J. Zeidler. Reimer-Verlag, Berlin (165 Seiten). (Der PrĂ€historiker und Ethnologe L. Kohl-Larsen forschte in den Jahren 1934/38 bei den Hadza, die östlich und sĂŒdlich des Eyasi-Sees lebten.cite-ref-128[128] Da sein Buch nicht ins Englische ĂŒbersetzt wurde, findet es in der modernen englischsprachigen Forschungsliteratur praktisch kaum Beachtung. / Zu den damals entstandenen Bildaufnahmen siehe auch oben in der Filmographie.)
Moderne Forschungsergebnisse, die seit der UnabhÀngigkeit Tanganjikas publiziert wurden
(In alphabetischer Reihenfolge)
âą F. J. Benett, N. A. Barnicot, J. C. Woodburn, M. S. Pereira und B. E. Henderson: "Studies on viral, bacterial, Rickettsial and Treponemal Diseases in the Hadza of Tanzania and a note on injuries." In: Human Biology. Band 45, Nr. 2, Mai 1973, S. 243â272.
âą Nicholas Blurton Jones: Demography and Evolutionary Ecology of Hadza Hunter-Gatherers (= Cambridge studies in biological and evolutionary anthropology.) Cambridge University Press, Cambridge 2016, ISBN 978-1-107-06982-4.(Diese umfangreiche Monographie von knapp 500 Seiten ist âspezialisierterâ angelegt als die Beschreibung der Hadza von Frank Marlowe (s. u.)cite-ref-129[129] und widmet sich auf der Grundlage jahrelanger Feldforschung des Autors dem Schwerpunktthema âDemographie und Evolutionsökologie der Hadza-JĂ€ger und Sammlerâ.)
âą Alyssa N. Crittenden: 16. Ethnobotany in evolutionary perspective: wild plants in diet composition and daily use among Hadza hunter-gatherers. In: Haren Hardy, Lucy Kubiak Martens (Hrsg.): Wild harvest: Plants in the Hominin and Pre-Agrarian Human worlds (= Studying Scientific Archaeology. 2). Oxbow Books, Oxford u. a. 2016, ISBN 978-1-78570-123-8, S. 319â340.
âą D. B. Jeliffe, J. Woodburn, F. J. Bennett, E. F. P. Jeliffe: "The children of the Hadza hunters." In: Journal of pediatrics. Band 60, Nr. 6, S. 907â13.
âą Frank Marlowe: Why the Hadza are still hunter-gatherers. In: Sue Kent (Hrsg.): Ethnicity, Hunter-Gatheres, and the âOtherâ: Association or Assimilation in Africa. Smithsonian Institution Press, Washington D. C. 2002, S. 247â257. (Ein einfĂŒhrender Aufsatz unter einer zentralen Fragestellung: âWarum die Hadza noch JĂ€ger und Sammler sind.â)
âą Elektronische Textfassung: siehe unten Weblinks.
âą Frank Marlowe: The Hadza. In: Carol R. Ember (Hrsg.): Encyclopedia of medical anthropology: health and illness in the worldâs cultures. Band 2: Cultures. Springer Verlag, New York 2004, ISBN 0-306-47754-8, S. 689â696. (Ein Ăbersichtskapitel aus der Sicht der angloamerikanischen âMedical anthropologyâ,cite-ref-130[130] die als Fachgebiet ungefĂ€hr der deutschsprachigen Medizinethnologie entspricht.)
âą Frank W. Marlowe: The Hadza. Hunter-Gatherers of Tanzania (= Origins of human behavior and culture. Band 3). University of California Press, Berkeley u. a. 2010, ISBN 978-0-520-25342-1. (Diese Monographie fasst auf 325 Seiten die Ergebnisse jahrelanger Feldforschung des Autors, sowie der seinerzeit verfĂŒgbaren Fachliteratur zusammen und unternimmt eine Gesamtdarstellung aller Aspekte der Lebensweise und Kultur der Hadza; ein Standardwerk, das seitdem in ForschungsaufsĂ€tzen vielfach zitiert wird.)cite-ref-131[131]
âą Martin Porr: Hadzapi, Hadza, Hatza, Hadzabe, Wahadzabe, Wakindiga, WaTindiga, Tindiga, Kindiga, Hadzapi? Eine Wildbeuter-Kultur in Ostafrika. Mo-Vince-Verlag, TĂŒbingen 1997, ISBN 3-9804834-5-2. (Eine kleine Monographie aus der Sicht eines ArchĂ€ologen.)cite-ref-132[132]
âą James Woodburn: The social organisation of the Hadza of Northern Tanganyika. Dissertation, UniversitĂ€t Cambridge 1964. (Die erste Hochschulschrift ĂŒber die Hadza. Von einem Pionier der modernen Feldforschung, der diese in den spĂ€ten 1950er Jahren â noch vor der UnabhĂ€ngigkeit des Landes â begonnen hatte.)
âą James Woodburn: An introduction to Hadza ecology. In: Richard Borshay Lee, Irven DeVorecite-ref-133[133] (Hrsg.): Man the hunter: the first intensive survey of a single, crucial stage of human development â Manâs once universal hunting way of life. Aldine, Chicago 1968, S. 49â55. (Eine frĂŒhe Ăberblicksdarstellung, enthalten in einer umfangreichen und bis in die 1980er Jahre vielfach nachgedruckten Aufsatzsammlung, die aus einer wegweisenden internationalen Wissenschaftlerkonferenz im April 1966 in Chicago ĂŒber âDen Menschen als JĂ€gerâ, also vergleichende weltweite Forschung zur Ethnologie und Ăkologie der damals noch existierenden Wildbeuterkulturen, hervorging.)
⹠James Woodburn: Hunters and gatherers. The material culture of the nomadic Hadza. The trustees of the British Museum, London 1970, ISBN 0-7141-1510-X. (Eine kleinere Publikation des British Museum, die vor allem Abbildungen enthÀlt.)
âą James Woodburn: Egalitarian Societies. In: Man. Neue Serie, Band 17, September 1982, S. 431â451. (Ein grundlegender Aufsatz, erschienen in der vom Royal Anthropological Institute of Great Britain and Ireland herausgegebenen Fachzeitschrift, der Grundfragen der Sozialorganisation in AbhĂ€ngigkeit von der Nahrungsbeschaffung und Lebensweise anhand afrikanischer Wildbeuterkulturen untersucht. Er steht im Zusammenhang mit der wissenschaftlichen, politischen und philosophischen Diskussion um die EgalitĂ€re Gesellschaft und inwieweit sie von âursprĂŒnglichenâ Wildbeuter-Horden reprĂ€sentiert wird.)
âą Bwire Kaare, James Woodburn: Hadza. In: Richard B. Lee, Richard Daily (Hrsg.): The Cambridge encyclopedia of hunters and gatherers. Cambridge University Press, Cambridge u. a. 1999, ISBN 0-521-57109-X, S. 200â204. (Ein Ăbersichtsartikel ĂŒber die Hadza, verfasst nach vier Jahrzehnten Feldforschungserfahrung. In Kollegenkreisen wird J. Woodburn auch als derjenige bezeichnet, der âam meisten ĂŒber die Hadza weiĂ.âcite-ref-134[134])
âą Haruna Yatsuka: Reconsidering the 'indigenous peoples' in the African context from the perspective of current livelihood and its historical changes: the case ot the Sandawe and the Hadza in Tanzania (= African Study Monographs. Band 36, Nr. 1). The center of African area studies, Kyoto University, MĂ€rz 2015, S. 27â48. doi:10.14989/197193. (Eine moderne Studie eines japanischen Wissenschaftlers ĂŒber den Ăberlebenskampf zweier tansanischer Stammesvölker, der Sandawe und der Hadza.)
Hintergrundinformationen (Biologie, Ethnobotanik, Geographie, Landeskunde, Vorgeschichte, Geschichte, Politik) und FremdsprachenwörterbĂŒcher
Literatur zu Themengebieten der Biologie
âą Hynek Burda, Peter Bayer, Jan Zrzavy: Humanbiologie. Verlag Eugen Ulmer / UTB basics, Stuttgart 2014, ISBN 978-3-8252-4130-8.
âą Theodor C. H. Cole: Wörterbuch der Tiernamen. Latein â Deutsch â Englisch. Deutsch â Latein â Englisch. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg/Berlin 2000, ISBN 3-8274-0589-0.
âą Eric Delson, Ian Tattersall, John A. Van Couvering, Alison S. Brooks (Hrsg.): Encyclopedia of Human Evolution and Prehistory (= Garland reference library of the humanities. Band 1845) 2. Auflage. Garland, New York/London 2000, ISBN 0-8153-1696-8.
âą David M. Macdonald (Hrsg.): The Encyclopedia of Mammals. Oxford University Press, Oxford u. a. 2009, ISBN 978-0-19-956799-7.
âą Bernhard Grzimek, Michael Grzimek: Serengeti darf nicht sterben: 367 000 Tiere suchen einen Staat. Ullstein Verlag, Berlin u. a. 1959. (Dieses Begleitbuch zu dem preisgekrönten gleichnamigen Film aus der Feder des zu Lebzeiten (1909â1987) sehr populĂ€ren Tiermediziners, Verhaltensforscher, Zoodirektors, Autors, Herausgebers, Dokumentarfilmers und Pioniers des Naturschutzes in Deutschland wie in Tansania bietet â vielfach aus eigener Anschauung â im erzĂ€hlenden Stil eine Vielzahl an Informationen vor allem zur Wildbiologie und Naturschutzgeschichte, sowie zur Ethnographie und Allgemeinen Geschichte Nordtansanias. / Vergleiche oben Geschichte.)
âą Bernhard Grzimek (Hrsg.): Grzimeks Tierleben. EnzyklopĂ€die des Tierreiches. 13 BĂ€nde. Kindler Verlag, ZĂŒrich 1967 bis 1974 (ISBN nach EinzelbĂ€nden verschieden).
âą Bernhard Grzimek (Hrsg.): Grzimeks EnzyklopĂ€die SĂ€ugetiere. Sechs BĂ€nde. Kindler, MĂŒnchen 1987 bis 1989 (ISBN nach EinzelbĂ€nden verschieden).
⹠Josep del Hoyo, Andrew Elliott, Jordi Sargatal (Hrsg.): Handbook of the birds of the world. 17 BÀnde. Lynx Edicions & BirdLife International. Barcelona 1992 bis 2013 (ISBN nach EinzelbÀnden verschieden).
âą Bernard Wood (Hrsg.): Wiley Blackwell student dictionary of human evolution. Wiley, Oxford u. a. 2015, ISBN 978-1-4051-5506-9.
âą Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der groĂe Zander: EnzyklopĂ€die der Pflanzennamen. Zwei BĂ€nde. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2003, ISBN 3-8001-5406-4.
Literatur zu Ethnobotanik und Ethnopharmakologie
⹠Hans Dieter Neuwinger: Afrikanische Arzneipflanzen und Jagdgifte: Chemie, Pharmakologie, Toxikologie. Eine afrikanische Ethnopharmakologie und Ethnobotanik. 2., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 1998, ISBN 3-8047-1550-8.
Literatur zu Themengebieten der Geographie, ArchÀologie, Geschichtswissenschaften und Politik
(Zur Vorgeschichte siehe auch oben unter Evolutionsbiologie und Humanbiologie.)
âą Andreas Eberth, Andreas Kaiser (Hrsg.): Ostafrika: Kenia, Tansania, Uganda, Ruanda, Burundi (= WBG-LĂ€nderkunden: Geographie, Geschichte, Wirtschaft, Politik.) Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2017, ISBN 978-3-534-26775-0.
âą Hans Hecklau: Ostafrika (Kenya, Tanzania, Uganda) (= Wissenschaftliche LĂ€nderkunden. Band 33). Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1989, ISBN 3-534-06213-2.
âą Peter Robertshaw: Archaeology of African hunters and gatherers. In: Richard B. Lee, Richard Daily (Hrsg.): The Cambridge encyclopedia of hunters and gatherers. Cambridge University Press, Cambridge u. a. 1999, ISBN 0-521-57109-X, S. 185â189.
FremdsprachenwörterbĂŒcher
âą Langenscheidts EnzyklopĂ€disches Wörterbuch der Englischen und deutschen Sprache. âDer GroĂe Muret-Sandersâ. Vier BĂ€nde. 10. Auflage. Langenscheidt Verlag, Berlin u. a. 1992 (ISBN nach EinzelbĂ€nden verschieden).
Journalistische BeitrÀge
âą Michael Finkel: The Hadza. In: National Geographic Magazine. Dezember 2009, S. 94â119. (Eine Reportage mit einer von der Nationalen Geographischen Gesellschaft der USA erstellten Landkarte der Region und groĂformatigen Farbphotographien.) (englisch)
⹠Elektronische Version (englisch): mit identischem Text, ohne Seitenzahlen, ohne die Landkarte und deren Beschreibungstext, mit zusÀtzlichen Photographien aus dem Bildarchiv der Gesellschaft.
âą Eine deutsche Textfassung vom Portal des deutschen Nachrichtenmagazins Der Spiegel. Dort veröffentlicht am 29. November 2009 unter dem Titel Nomaden in Afrika: Mit den Hadza zurĂŒck in die Steinzeit. (VollstĂ€ndiger Text, ohne Landkarte, nur ein Bild.)
âą Christopher Plitz: Auf Mikroben-Jagd mit »Dr. Shit«: âDie Menschen vom Volk der Hadza kennen keine Diabetes. Weil ihre ErnĂ€hrung und eine einzigartige Darmflora sie schĂŒtzen. Davon ist der Biologe Jeff Leach ĂŒberzeugt. Und er tut alles, um den heilsamen Mikroben der JĂ€ger und Sammler auf die Spur zu kommen. Wirklich alles.â In: Geo. Februar 2015, S. 24â41. (Mit groĂformatigen Photographien vom traditionellen Leben und vor allem dem Nahrungserwerb der Hadza.) (Vergleiche oben Forschung bei den Hadza.)
Weblinks
Bilder und Dateien
Commons
: Hadza
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
(Zu den gravierenden Problemen, die der moderne Tourismus mit sich bringt, durch den viele dieser Bilder entstanden, siehe oben Existenzbedrohung und offenen Zukunft.)
Wissenschaftliche Forschung
Informationsportale von Forschern und Instituten
âą Projektbeschreibung Hadza Foragers â Northern Tanzania (Hadza-Wildbeuter â Nördliches Tansania) auf dem Portal des deutschen Max-Planck-Instituts fĂŒr Menschheitsgeschichte in Jena: mit einem kurzen EinfĂŒhrungstext, einer detaillierten aktuellen Landkarte vom Lebensraum der Hadza und einer Liste ausgewĂ€hlter wissenschaftlicher Veröffentlichungen aus dem 2. Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts (Text und Publikationen auf Englisch). (Siehe auch oben Geschichte und Vorgeschichte.)
âą Frei lesbaren Publikationen neuerer Zeit (Im September 2019: aus den Jahren 2000 bis 2017) mit einem Schwerpunkt auf Feldforschung bei den Hadza (englisch). Aus einer Veröffentlichungsliste vom Informationsportal des US-amerikanischen Anthropologen Brian Wood, einem SchĂŒler F. Marlowes (siehe Literatur), der heute an der UniversitĂ€t von Kalifornien in Los Angeles und am deutschen Max-Planck-Institut fĂŒr Menschheitsgeschichte in Jena forscht.
âą Informationsportal der britischen, heute an der US-amerikanischen UniversitĂ€t von Pennsylvania lehrenden Anthropologin Coren Lee Apicella, einer SchĂŒlerin F. Marlowes (siehe Literatur). Mit einem kurzen EinfĂŒhrungstext ĂŒber die Hadza und deren Erforschung, einigen groĂformatigen Photographien aus ihrer FeldforschungstĂ€tigkeit sowie frei lesbaren wissenschaftlichen Texten, die aus ihrer sozialanthropologischen Forschung resultierten. (Text und Publikationen auf Englisch.)
Einzeltexte
âą Roger Blench: Linguistic aspects of Hadza interactions with animals. 3rd International Khoisan Workshop, Riezlern 7.â9. Juli 2008. 2. Juni 2009 (englisch, rogerblench.info (Memento vom 21. Juli 2011 im Internet Archive) [PDF; 201 kB; abgerufen am 19. Oktober 2019]).
âą Frank Marlowe: Why the Hadza are Still Hunter-Gatherers. (PDF; 592 kB) In: Harvard College. 2002, archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 10. Oktober 2012; abgerufen am 4. Juni 2019 (englisch). (FĂŒr die bibliographischen Daten der Originalveröffentlichung siehe oben Literatur.)
Didaktische Medien
âą Ein kurzer Lehrfilm vom Portal der US-amerikanischen Nationalen Geographischen Gesellschaft (1:23 Minuten LĂ€nge). Als Zielgruppe werden âdas 6. bis 12. Schuljahr und Ă€lterâ und damit die Altersstufe von 11 bis 17 Jahren und Ă€lter angegeben (âGrades 6 â 12+â / vergleiche Bildungssystem in den Vereinigten Staaten).
âą Titel: Evolution of Diet: The Hadza of Tanzania (Evolution der ErnĂ€hrung â Die Hadza von Tansania).
âą Beschreibungstext der Produzenten: âEin Videofilm, der die BildeindrĂŒcke und KlĂ€nge des Essens mit einer Familie in Tansania erforscht. Die Hadza von Tansania sind die letzten Vollzeit-JĂ€ger & Sammler der Welt. Sie leben von dem, was sie finden: Wild, Honig und Pflanzen wie Wurzelknollen, Beeren und Baobabfrucht.âcite-ref-135[135]
⹠Bildmotive: Gezeigt werden in kurzen Bildsequenzen und unter aktiver Beteiligung von Familienmitgliedern aller Altersstufen die Pfeilherstellung, der Pirschgang, der Bogenschuss, die Honigausbeute und deren Genuss im BaumgeÀst, das Ausgraben von Wurzelknollen, Landschaftsansichten, die Jagdbeute eines Jungen, das Ausweiden erlegter KleinsÀuger (Schliefer oder Nagetiere / siehe oben Nahrungserwerb), eine gefundenen Baobabfrucht, ein speisendes Kind und das gemeinschaftliche abendliche Lagerfeuer. (Vergleiche auch oben die Filmographie.)
Journalistische BeitrÀge und politisches Engagement
(Siehe auch die elektronischen Versionen gedruckter Texte oben unter Literatur.)
âą Reportage mit reichem Bildmaterial von Dan Saladino ĂŒber die traditionelle ErnĂ€hrung und Nahrungsbeschaffung der Hadza vom Portal der britischen Rundfunkanstalt BBC, dort veröffentlicht am 23. Juli 2017 unter dem Titel Trying the Hadza hunter-gatherer berry and porcupine diet (âAusprobiert: Die Hadza-JĂ€ger & Sammler-Beeren-und-Stachelschwein-DiĂ€tâ) (englischer Text) (Achtung: Der Sender warnt vor drastischem Bildmaterial!)
âą Bildergalerie mit Begleittexten ĂŒber die Lebensweise und den heutigen Existenzkampf der Hadza vom Portal des deutschen Zweiges der internationalen Nichtregierungsorganisation Survival International (vergleiche oben Existenzbedrohung und offenen Zukunft).
âą Nachrichten und Filme ĂŒber die Hadza. Vom Portal der deutschen Organisation Rettet die Naturvölker e. V.; abgerufen am 4. Juni 2019
⹠Interview mit der Anthropologin Alyssa Crittenden (UniversitÀt von Nevada in Las Vegas / vergleiche oben Filmographie) vom Portal des Deutschlandfunks: Volksgruppe der Hadza: Das Ende der letzten JÀger und Sammler? Dort veröffentlicht am 22. November 2018.
Belege
cite-note-11. â âThere are about a thousand people whose first language is Hadzane.â Nicholas Blurton Jones: Demography and Evolutionary Ecology of Hadza Hunter-Gatherers. Cambridge University Press, Cambridge 2016, ISBN 978-1-107-06982-4, erster Satz der Einleitung auf Seite 3.
cite-note-22. â "They live in a 4000 km2/1544 sq. mile region of northern Tanzania, south of the Serengeti, in a savanna woodland habitat around the shores of Lake Eyasi." Alyssa Crittenden: Hadza. In: Bernard Wood (Hrsg.): Wiley Blackwell student dictionary of human evolution. Wiley, Oxford 2015, ISBN 978-1-4051-5506-9, S. 168.
cite-note-33. â So in der Reportage von Michael Finkel: The Hadza. S. 105: âThe Hadza, who once moved freely over 4,000-plus square miles of the Great Rift Valley, are down to a quarter of their homeland [âŠ]â / Vergleiche unten Der geographische Rahmen.
cite-note-44. â âPrĂ€historische FundstĂ€tten aus allen Zeiten der Entwicklungsgeschichte des Menschen gibt es in allen drei ostafrikanischen LĂ€ndern, aber fĂŒr die Untermauerung der Evolutionstheorie haben die Olduvai-Schlucht und die Region um den Turkanasee besondere Bedeutung erlangt [âŠ] Aus all diesen Funden geht hervor, daĂ Ostafrika seit Beginn der Entwicklung des Menschen ununterbrochen besiedelt ist [âŠ]â 2.1 âOstafrika - Wiege der Menschheit?â In: Hans Hecklau: Ostafrika. S. 123â127; Zitat auf S. 125. (Vergleiche dazu die Detailkarte.)
cite-note-55. â âZu den bekanntesten PalĂ€anthropologen zĂ€hlt zweifellos die Familie Leakey. LOUIS SEYMOUR BAZETT LEAKEY (1903â1972), kenianischer PalĂ€ontologe, PrĂ€historiker, ArchĂ€ologe, NaturschĂŒtzer britischer Herkunft, spielte zusammen mit seinen Angehörigen [âŠ] die zentrale Rolle bei der Durchsetzung der Theorie der afrikanischen (insbesondere ostafrikanischen) Herkunft der Menschheit [âŠ]â H. Burda (u. a.): Humanbiologie. S. 39 (Hervorhebungen im Original).
cite-note-66. â âtindiga (-) eine dornige Sumpfpflanzeâ. Nach: Hildegard Höftmann, Irmtraud Herms: Wörterbuch Swahili â Deutsch. 5. Auflage. Langenscheidt-Verlag EnzyklopĂ€die, Leipzig u. a. 1992, ISBN 3-324-00521-3, S. 325 (Hervorhebungen durch Fett- bzw. Kursivdruck im Original). Der Querstrich in Klammern hinter dem Worteintrag zeigt an, dass in diesem Fall die Pluralform mit der angegebenen des Singulars identisch ist. Dies wird in den âHinweise[n] fĂŒr die Benutzungâ auf Seite 7 des Buches erlĂ€utert.
cite-note-77. â â[âŠ] Reste der prĂ€historischen Bevölkerung Ostafrikas scheinen die BuschmĂ€nner zu sein. HUNTINGFORD (1982, S. 61) hĂ€lt die Hadzapi im Gebiet des Eyasisees fĂŒr die einzigen Ăberlebenden der ehemaligen Buschmannbevölkerung Ostafrikas. [âŠ]â. Hans Hecklau: Ostafrika. S. 125 (Hervorhebungen im Original).
cite-note-88. â â[âŠ] They are also known as Tindiga (Swahili) and Kindiga (Isanzu) but dislike these terms fĂŒr their derogatory and discriminatory connotations.â Bwire Kaare, James Woodburn: Hadza. In: Richard B. Lee, Richard Daily (Hrsg.): The Cambridge encyclopedia of hunters and gatherers. Cambridge University Press, Cambridge u. a. 1999, ISBN 0-521-57109-X, S. 200.
cite-note-99. â Gezeigt auf der Landkarte, die die US-amerikanische nationale geographische Gesellschaft auf der Grundlage von tansanischen Behördenunterlagen erarbeitete und die in der Reportage von Michael Finkel: The Hadza. S. 105 abgebildet ist. Die Unterschrift dort lautet: âShifting Ground: The Hadza, who once moved freely over 4,000-plus square miles of the Great Rift Valley, are down to a quarter of their homeland as farms and livestock expand. Some Tanzanians see the group as an embarrassment for a modernizing nation.â (Etwa: âBoden-Grundlage in Bewegung: Die Hadza, die sich einst frei ĂŒber mehr als 4.000 Quadratmeilen des GroĂen Grabenbruches bewegten, sind nun auf ein Viertel ihres Heimatlandes eingeengt, wĂ€hrend sich Ackerbaubetriebe und Nutzvieh ausbreiten.â)
cite-note-1010. â âOver the past century, the Hadza have lost exclusive possession of as much as 90 percent of their homeland.â (âWĂ€hrend des letzten Jahrhunderts haben die Hadza sogar den exklusiven Besitz von 90 Prozent ihres Heimatlandes verloren.â) Michael Finkel: The Hadza. S. 112.
cite-note-1212. â âUrbevölkerung. Die Ă€lteste noch lebende Bevölkerung von Tanganjika scheinen die Kindiga und Sandawe im sogenannten abfluĂlosen Gebiet zu sein. Bei den Sandawe in Ussandawi, die etwa 23 000 Menschen zĂ€hlen, können sowohl negerische und hamitische als auch hottentottische und buschmannĂ€hnliche Elemente festgestellt werden. Nicht viel anders liegen die Dinge bei den Kindiga, einem besonders altertĂŒmlichen JĂ€gervölkchen von etwa nur noch 400â450 Menschen auf der Ostseite des Njarasa-Sees [âŠ]â. Aus: Hugo Adolf Bernatzik (Hrsg.): Afrika â Handbuch der angewandten Völkerkunde. Band 2. SchlĂŒsselverlag, Innsbruck 1947, S. 973 (Hervorhebungen im Original).
cite-note-1313. â Neue Einblicke in Afrikas Bevölkerungsgeschichte: Erste groĂangelegte Genomstudie prĂ€historischer Skelette aus Afrika weisen [sic / recte: weist] ĂŒberraschende VerwandtschaftsverhĂ€ltnisse auf dem Kontinent nach. Meldung vom 27. September 2017 auf dem Portal der Max-Planck-Gesellschaft, abgerufen am 5. September 2019.
cite-note-1515. â Zu den diversen Migrationsrouten siehe Andreas Eberth, Andreas Kaiser (Hrsg.): Ostafrika: Kenia, Tansania, Uganda, Ruanda, Burundi. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2017, ISBN 978-3-534-26775-0, S. 192.
cite-note-1616. â â[âŠ] Die ArchĂ€ologie belegt die schnelle Verbreitung der Landwirtschaft und die Absenz von âĂbergangskulturenâ und eine langfristige Koexistenz der PalĂ€olithiker und der Neolithikerâ, also der Wildbeuter und der Landwirtschaft betreibenden Völker. Kapitel 3.8: Besiedlung Europas. In: H. Burda (u. a.): Humanbiologie. S. 87â91; Zitat auf S. 88 (Hervorhebung im Original).
cite-note-1717. â Andreas Eberth, Andreas Kaiser (Hrsg.): Ostafrika: Kenia, Tansania, Uganda, Ruanda, Burundi. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2017, ISBN 978-3-534-26775-0, S. 144, 146.
cite-note-1818. â Hans Hecklau: Ostafrika (Kenya, Tanzania, Uganda). Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1989, S. 115.
cite-note-1919. â Detailliert untersucht wird dieses Thema von Bernhard GiĂibl: The nature of German imperialism: conservation and the politics of wildlife in colonial East Africa. Berghahn Books, New York und Oxford 2016, ISBN 1-78533-175-2.
cite-note-2020. â Bwire Kaare, James Woodburn: Hadza. In: Richard B. Lee, Richard Daily (Hrsg.): The Cambridge encyclopedia of hunters and gatherers. Cambridge University Press, Cambridge u. a. 1999, ISBN 0-521-57109-X, S. 200 f.
cite-note-2121. â 1.7.3 Nationalparks und Wildschutzgebiete. In: Hans Hecklau: Ostafrika. S. 118â122.
cite-note-2222. â Bernhard und Michael Grzimek: "A study of game in the Serengeti plain." Zeitschrift fĂŒr SĂ€ugetierkunde. Band 25, 1960. Sonderheft.
cite-note-2323. â FĂŒr eine populĂ€rwissenschaftliche Darstellung der ForschungsbemĂŒhungen und ihrer Resultate siehe B. und M. Grzimek: Serengeti darf nicht sterben.
cite-note-2424. â Vergleiche die Projektbeschreibung der genannten Organisation.
cite-note-2525. â James Woodburn. In: https://www.horniman.ac.uk. Archiviert vom Original am 22. Dezember 2019; abgerufen am 12. November 2024 (englisch, Kurzbiografie).
cite-note-2626. â Biographie Frank Marlowes, die von seinen akademischen SchĂŒlern gestaltet wurde.
cite-note-2727. â Emerich Sumser: Evolution der Ethik: Der menschliche Sinn fĂŒr Moral im Licht der modernen Evolutionsbiologie. Walter de Gruyter, Berlin/Boston 2016, ISBN 978-3-11-040811-9, S. 133, 148.
cite-note-2929. â Siehe das betreffende Buch des PrĂ€historikers und Ethnologen Ludwig Kohl-Larsen aus dem Jahr 1956, das auf seine Reisen in den 1930er Jahren zurĂŒckgeht.
cite-note-3030. â Sie gibt als Quelle an: The peoples of the happy valley. Teil 2.
cite-note-3131. â â[âŠ] The women on the contrary, all wore two or three leather garments corresponding exactly to the clothes of the Bushmen tribes dwelling in the Kalahari and south of it, namely a skin apron, round for the matron, in tassels for a girl, a skin back apron likewise hanging from the belt, and a kaross or skin cloak hanging from the shoulders and tied round he waist when a baby is carried in it. Infants wear no clothes, little boys only a belt and some ornament, little girls a tiny fringe apron to which a small kaross is added later. Both sexes sport any beads they can get, chiefly of European or Indian make. I saw no ostrich eggshell beads. Copper bands worn round the neck or arms are much in request.â Darstellung und Zitate auf S. 276 (The Hadzapi or Watindega of Tanganyika Territory).
cite-note-3232. â Michael Finkel in seiner Reportage The Hadza. S. 104.
cite-note-3333. â Alyssa N. Crittenden: Ethnobotany in evolutionary perspective: wild plants in diet composition and daily use among Hadza hunter-gatherers. Kreisdiagramm auf S. 323; umgearbeitet in Tabellenform fĂŒr diesen Artikel.
cite-note-3434. â Alyssa N. Crittenden: Ethnobotany in evolutionary perspective: wild plants in diet composition and daily use among Hadza hunter-gatherers. S. 324.
cite-note-3535. â Grzimeks Tierleben. Band 9 (= Vögel III). Kindler, ZĂŒrich 1970, ISBN 3-463-16909-6, S. 75â77.
cite-note-3636. â Genus Indicator. / 16. Greater Honeyguide. In: Handbook of the Birds of the World. Band 7. Jacamars to Wookpeckers. Lynx Edicions, Barcelona 2002, ISBN 84-87334-37-7, S. 294.
cite-note-3737. â Grzimeks EnzyklopĂ€die SĂ€ugetiere. Band 3. Kindler, MĂŒnchen 1988, ISBN 3-463-42003-1, S. 421 f.
cite-note-3838. â David M. Macdonald (Hrsg.): The Encyclopedia of Mammals. Oxford University Press, Oxford u. a. 2009, ISBN 978-0-19-956799-7, S. 500.
cite-note-3939. â H. D. Neuwinger: Afrikanische Heilpflanzen und Jagdgifte. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 1998, ISBN 3-8047-1550-8, S. 85â90. Zu den Hadza siehe dort die Seiten 86 f.
cite-note-4040. â H. D. Neuwinger: Afrikanische Heilpflanzen und Jagdgifte. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 1998, ISBN 3-8047-1550-8, S. 173â175.
cite-note-4141. â David M. Macdonald (Hrsg.): The Encyclopedia of Mammals. Oxford University Press, Oxford u. a. 2009, ISBN 978-0-19-956799-7, S. 743.
cite-note-4242. â âGame and birds are their staple food, the meat of giraffe and ostrich being preferred on account of its sweetness.â / The Hadzapi or Watindega of Tanganyika Territory. S. 278.
cite-note-4343. â Sweetness wurde hier ĂŒbersetzt nach: Langenscheidts EnzyklopĂ€disches Wörterbuch der Englischen und deutschen Sprache. Teil I: Englisch-Deutsch. Band 2, 2000, ISBN 3-468-01122-9, S. 1438.
cite-note-4444. â Grzimeks EnzyklopĂ€die SĂ€ugetiere. Band 5. Kindler, MĂŒnchen 1988, ISBN 3-463-42005-8, S. 74â79; Angaben zu den KörpermaĂen auf S. 74.
cite-note-4545. â â[âŠ] They love baboon; Onwas joked to me that a Hadza man cannot marry until he has killed five baboons [âŠ]â â[âŠ] Sie lieben Pavian; Onwas [ein erfahrener JĂ€ger und GesprĂ€chspartner des Journalisten bei dessen Reportage im Hadzaland] erzĂ€hlte mir scherzhaft, dass ein Hadzamann nicht heiraten könne, bevor er nicht fĂŒnf Paviane erlegt hĂ€tte [âŠ].â So beschreibt es Michael Finkel in seiner Reportage The Hadza auf S. 105; sowie S. 116 und 118 (wo die abschlieĂende Gehirnmahlzeit plastisch beschrieben wird).
cite-note-4646. â Siehe die bebilderte Reportage ĂŒber die traditionelle ErnĂ€hrung und Nahrungsbeschaffung der Hadza des britischen Journalisten Dan Saladino, auf die im Anhang verwiesen wird.
cite-note-4747. â â[âŠ] Bis vor 30 Jahren jagten die Hadza vor allem groĂe Tiere wie Zebras. [âŠ] Doch die BestĂ€nde sind stark zurĂŒckgegangen, heute verzehren die Hadza mehr Vögel.â Aus: Christopher Piltz: Auf Mikrobenjagd mit âDr. Shitâ. In: Geo. Februar 2005, S. 30.
cite-note-4848. â Grzimeks Tierleben. Band 8 (= Vögel II). Kindler, ZĂŒrich 1969, ISBN 3-463-16908-8, S. 42 f.; Zitate von S. 43.
cite-note-4949. â Helmeted Guineafowl. In: Handbook of the birds of the world. Band 2, 1994, ISBN 84-87334-15-6, S. 565 f.
cite-note-5050. â Beispielsweise fand Brian Wood in einem in den Jahren 2006 bis 2013 durchgefĂŒhrten Forschungsprojekt, in dem er verschiedene JĂ€ger auf insgesamt 40 JagdzĂŒgen wĂ€hrend insgesamt 212 Stunden begleitete und alle ihre AktivitĂ€ten und Tierbegegnungen protokollierte, dass sie auf insgesamt 21 dieser Vögel trafen und mit 9 Exemplaren davon mehr erlegen konnten als von jeder anderen Beutetierart, obgleich sie einigen davon wesentlich hĂ€ufiger begegneten. / Nach: B. Wood, F. Marlowe: Toward a reality-based understanding of Hadza men's work: A response to Hawkes et al. (2014). In: Human Nature. Band 25 (4), S. 620â630, Tabelle 1.
cite-note-5151. â B. Wood, F. Marlowe: Toward a reality-based understanding of Hadza men's work: A response to Hawkes et al. (2014). In: Human Nature. Band 25 (4), S. 620â630. Mindestens 17 Exemplare wurden als gesichtet protokolliert, 17 verfolgt, zwölf PfeilschĂŒsse abgegeben, von denen drei erfolgreich waren.
cite-note-5252. â Grzimeks EnzyklopĂ€die SĂ€ugetiere. Band 4. Kindler, MĂŒnchen 1987, ISBN 3-463-42004-X, S. 544.
cite-note-5353. â Hyraxes. In: The encyclopedia of mammals. S. 86â89; hier besonders S. 87.
cite-note-5454. â Grzimeks Tierleben. Band XII (= SĂ€ugetiere 3), 1972, S. 522.
cite-note-5555. â Genus GYPS. / 48. African White-backed Vulture. In: Handbook of the birds of the world. Band 2, 1994, ISBN 84-87334-15-6, S. 126.
cite-note-5656. â W. Fischer: Unterfamilie Altweltgeier. In: Grzimeks Tierleben. Band 7 (= Vögel I). Kindler, ZĂŒrich 1968, ISBN 3-463-16907-X, S. 381â394; Zitat auf S. 390.
cite-note-5757. â F. Marlowe: The Hadza. S. 218.
cite-note-5858. â Blutschnabelweber. In: Grzimeks Tierleben. Band 9 (= Vögel III). Kindler, ZĂŒrich 1970, ISBN 3-463-16909-6, S. 422.
cite-note-5959. â Genus QUELEA. In: Handbook of the birds of the world. Band 15, 2010, ISBN 978-84-96553-68-2, S. 139.
cite-note-marlowe-2010-6060. â Frank W. Marlowe: The Hadza. Hunter-Gatherers of Tanzania. Univ. California Press, Berkeley (u. a.), ISBN 978-0-520-25342-1, S. 58â68.
cite-note-6161. â Aiyana Willard: Religion Without Culture is No Religion at All, religiousstudiesproject.com, 7. Mai 2015, abgerufen am 23. Dezember 2019.
cite-note-lee-und-daly-6363. â Richard B. Lee und Richard Daly (Hrsg.): The Cambridge Encyclopedia of Hunters and Gatherers. 4. Auflage, Cambridge University Press, New York 2010 (Erstdruck 1999), ISBN 978-0-521-60919-7, S. 202.
cite-note-6464. â Ernst Kausen: Die Sprachfamilien der Welt. Teil 2: Afrika â Indopazifik â Australien â Amerika. Buske, Hamburg 2014, ISBN 978-3-87548-656-8, S. 457â460.
cite-note-6565. â Z. B. von Mikael Parkvall in seinem Buch Limits of language: almost everything you didnât know you didnât know about language and languages. Battelbridge, London 2006, ISBN 1-903292-04-2.
cite-note-6767. â Informationen nach F. Marlowe: Hadza. In: Encyclopedia of medical anthropology. S. 691. Die Tabelle wurde auf deren Grundlage fĂŒr diesen Artikel erstellt.
cite-note-6868. â Klaus E. MĂŒller: Die bessere und die schlechtere HĂ€lfte. Ethnologie des Geschlechterkonflikts. Campus, Frankfurt am Main / New York 1984, ISBN 3-593-33360-0, S. 34.
cite-note-6969. â Nicholas J. White, Joel G. Breman: Malaria. In: D. L. Kasper et alii (Hrsg.): Harrisons Innere Medizin. Band 2. Deutsche Ausgabe herausgegeben von N. Suttorp et alii. 19. Auflage. ABW Wissenschaftsverlag, Berlin 2016, ISBN 978-3-940615-50-3, S. 1674â1692; hier vor allem der Abschnitt Epidemiologie, S. 1675 f.
cite-note-7070. â Der Journalist Michael Finkel schildert seine Erfahrungen mit diesen in seiner Reportage The Hadza. S. 102 (dort das Zitat, hier direkt aus dem englischen Original ĂŒbersetzt), 111 und 118.
cite-note-7171. â John M. Mehrtens: Schlangen der Welt: Lebensraum â Biologie â Haltung. Ăbersetzt von Thomas Romig. Franckh-Kosmos, Stuttgart 1993, ISBN 3-440-06710-6, S. 261.
cite-note-7272. â Dietrich Mebs: Gifttiere. 3. Auflage. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-8047-2510-2, S. 330 (nennt Mambas â[d]ie bekanntesten und meist gefĂŒrchteten Giftschlangen Afrikasâ), 338 (mit dem Zitat im Text) und 342 (entsprechende Falldarstellungen).
cite-note-7373. â Harry W. Greene: Snakes: The Evolution of Mystery in Nature. University of California Press, Berkeley u. a. 1997. Ăbersetzt von Monika Niehaus-Osterloh als Schlangen: Faszination einer unbekannten Welt. BirkhĂ€user Verlag, Basel u. a. 1999, ISBN 3-7643-5828-9, S. 75 (mit Zitat im Text), 87, 107, 215 f., 219, 281 (mit dem zweiten Zitat im Text).
cite-note-7474. â Dietrich Mebs: Gifttiere. 3. Auflage. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-8047-2510-2, S. 212 f. (mit Zitat) und 211.
cite-note-7575. â âAuĂerhalb der Nationalparks werden KaffernbĂŒffel in Afrika bejagt, teils von SportjĂ€gern, weil die Jagd besonders gefĂ€hrlich ist, teils von Eingeborenen, die das Fleisch, die Hörner und das Fell schĂ€tzen.â / Nach: Grzimeks EnzyklopĂ€die der SĂ€ugetiere. Band 5, 1988, S. 386 (Zitat) und 406 (Gewichtsangabe).
cite-note-7676. â Anschaulich und drastisch beschrieben von B. und M. Grzimek: Serengeti darf nicht sterben: â[âŠ] WĂ€hrend Nashörner, FluĂpferde und Giraffen recht leicht zu erlegen sind, haben BĂŒffel ein zĂ€hes Leben. Wenn sie nicht gut getroffen sind, laufen sie noch lange weiter, verkriechen sich im GestrĂŒpp und können unvermutet angreifen, wenn der JĂ€ger suchend umhertappt, ohne zu wissen, wo das Tier eigentlich steckt. So etwas ist dann nach Ansicht mancher Leute sehr »heimtĂŒckisch« und »bösartig« von einem KaffernbĂŒffelâŠâ (S. 120) / »[âŠ] Im Innern einer groĂen HĂŒtte liegt ein schwer verwundeter alter Mann stöhnend auf der Erde. Seine Angehörigen haben ihm RinderhĂ€ute untergelegt. Obwohl sein Leib verbunden ist, wird die Blutlache um ihn immer gröĂer. Er atmet schwer. [âŠ] Seine Leute erzĂ€hlen, er sei auf seinem Feld von einem KaffernbĂŒffel angefallen worden, der ihm den Leib aufgerissen hat. Wir glauben, daĂ er wohl gewildert und das Tier mit einem Giftpfeil angeschossen hat, denn KaffernbĂŒffel greifen nicht so leicht aus heiterem Himmel an. Der Alte stirbt ein paar Stunden spĂ€ter auf seinem Lager aus RinderhĂ€uten. Wir selber haben BĂŒffel nur als harmlos kennengelernt und können Fotos vorweisen, auf denen wir mitten in BĂŒfelherden stehen [âŠ]« (S. 117 f.) / âDer District Officer, der sich in diesem Bezirk um die Massai kĂŒmmert, hat vor ein paar Wochen einen jungen Krieger gefunden, den ein KaffernbĂŒffel schrecklich zugerichtet hatte â Glieder gebrochen, Bauchdecke aufgerissen, schwere Fleischwunden. Er lud den jungen Mann auf seine schlecht gefederten kleinen Lastwagen und fuhr ihn zm Hospiz von Aruscha. Das SchĂŒtteln des Wagens muĂte den Schwerverletzten stark schmerzen; der EnglĂ€nder sah, wie sich die jugendlichen, ebenholzfarbenen GesichtszĂŒge verkrampften. Aber kein Ton kam ĂŒber die Lippen des jungen Kriegers. Er starb, kurz nachdem er im Hospital abgeliefert war. Tapfere Menschen.â (S. 286 f.)
cite-note-7777. â Ingo Rieger: HyĂ€nen. In: Grzimeks EnzyklopĂ€die der SĂ€ugetiere. Band 3, 1988, S. 561â575; hier besonders S. 561 (mit dem Zitat) und 574.
cite-note-7878. â The encyclopedia of mammals. S. 620â625; hier besonders S. 620.
cite-note-7979. â F. Marlowe: Hadza. In: Encyclopedia of medical anthropology. Kapitel Death and dying, S. 695.
cite-note-8080. â F. Marlowe: The Hadza. In: Encyclopedia of medical anthropology. S. 692.
cite-note-8181. â Hans Dieter Neuwinger: African traditional medicine. A dictionary of plant use and applications. Medpharm Scientific Publishers, Stuttgart 2000, ISBN 3-88763-086-6. Supplement: search system for diseases. EintrĂ€ge Scorpion stings (S. 38) und Snake bite (S. 39 f.).
cite-note-8282. â âKone (1980) im Senegal demonstrierte, dass die den Wurzeln nachgesagte Wirksamkeit gegen Schlangengift berechtigt ist. Nach seinen Untersuchungen existiert in den Wurzeln ein dem Schlangengift [der Afrikanischen Speikobra] (Naja nigricollis) Ă€hnliches, doch weniger toxisches Protein, das sich an die Rezeptoren des Schlangengifts anlagert und dessen Angriff verhindert. / Der Nachweis erhĂ€rtet die verbreitete afrikanische Praxis, sich mit Wurzeln oder Stammrinde von S. longepedunculata vor Schlangenbiss zu schĂŒtzen, z. B. durch Einnahme von etwas Wurzelpulver vorbeugend oder nach einem Biss.â Nach: H. D. Neuwinger: Afrikanische Heilpflanzen und Jagdgifte. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 1998, ISBN 3-8047-1550-8, S. 758â768. Zitat im Artikel auf S. 761. Zitat in dieser FuĂnote auf S. 766.
cite-note-8383. â Zitiert wird dafĂŒr bei H. D. Neuwinger eine naturwissenschaftliche Doktorarbeit aus der NationaluniversitĂ€t der ElfenbeinkĂŒste: Kone, P. P., 1980: Etudes toxicologiques, electrophysiologiques et pharmacologiques du venin de Naja nigricollis et d'une substance antivenineuse de la pharmacopee traditionelle africaine (extrait de Securidaca longependunculata). These de Doctorat d'etat et Sciences, Universite nationale de Cote d'Ivoire, IV, 171.
cite-note-8484. â âOnuaguluchi [1989] studierte den Effekt von D. scandens gegen das Gift der Schlange Echis carinatus [gemeint ist offensichtlich die Westafrikanische Sandrasselotter, heute Echis ocellatus], der verbreitetsten Giftschlange im Grasland von Nigeria, in MĂ€usen vor und nach Injektion des Giftes und bestĂ€tigte den Gift-Hemmeffekt der Pflanze. [âŠ] Der Extrakt mit 1,5 mg/kg Körpergewicht i.p.-injiziert, schĂŒtzte MĂ€use vor dem tödlichen Effekt des Schlangengiftes und hatte selbst keinen gesundheitsschĂ€dlichen Effekt auf die MĂ€use bis 2 g/kg i.p.â Aus: H. D. Neuwinger: Afrikanische Heilpflanzen und Jagdgifte. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 1998, ISBN 3-8047-1550-8, S. 784â786; Zitat auf S. 785.
cite-note-8585. â Zitiert wird dafĂŒr bei H. D. Neuwinger folgende Forschungsarbeit: Onuaguluchi, G., 1989: Preliminary study of an extract from Diodia scandens on some toxic effects of Echis carinatus venom. In: Journal of Ethnopharmacology. Band 26, S. 189â196.
cite-note-8686. â The encyclopedia of mammals. S. 698.
cite-note-8787. â Rudolf Schenkel: Nashörner / Einleitung und Bernhard Grzimek: Spitzlippennashorn. In: Grzimeks EnzyklopĂ€die SĂ€ugetiere. Band 4. Kindler, MĂŒnchen 1987, ISBN 3-463-42004-X, S. 610-616 (Tabelle KörpermaĂe: S. 614) und 621-634 (Beschreibung der Nahrungsaufnahme: S. 623; Bejagung: S. 622).
cite-note-8888. â Die englischsprachige Wikipedia enthĂ€lt einen Artikel ĂŒber Frank Fraser Darling (1903â1979).
cite-note-8989. â Seine afrikanischen FeldtagebĂŒcher wurden posthum in Buchform herausgegeben von John Morton Boyd: Fraser Darling in Africa: A Rhino in the Whistling Thorn. Edinburgh University Press, Edinburgh 1992, ISBN 0-7486-0368-9. / Rezensiert in: Oryx-The International Journal of Conservation. Band 27, Heft 2, April 1993, S. 123-124: doi:10.1017/S003060530002069X.
cite-note-9090. â The encyclopedia of mammals. S. 91.
cite-note-9191. â Man spricht in der Fachliteratur sogar von ElefantenstraĂen, die selbst im dichtesten tropischen Wald gebahnt werden. / The encyclopedia of mammals. S. 93.
cite-note-9292. â African Elephant Conservation. In: David M. Macdonald (Hrsg.): The Encyclopedia of Mammals. Oxford University Press, Oxford u. a. 2009, ISBN 978-0-19-956799-7, S. 98 f.
cite-note-9393. â Bwire Kaare, James Woodburn: Hadza. In: Richard B. Lee, Richard Daily (Hrsg.): The Cambridge encyclopedia of hunters and gatherers. Cambridge University Press, Cambridge u. a. 1999, ISBN 0-521-57109-X, S. 201: "[âŠ] The recent dramatic decline in their population is expected to lead to an increase in dense stands of thorn trees and a decline in grazing game animal populations, and in the wild food plants on which the Hadza depend."
cite-note-mccrummen-2007-9494. â Stephanie McCrummen: 50,000 Years of Resilience May Not Save Tribe. In: Washington Post. 10. Juni 2007, S. A01, abgerufen am 15. September 2007 (englisch).
cite-note-9595. â Survival International: Hadzabe celebrate land victory. 6. November 2007, abgerufen am 3. Mai 2011.
cite-note-9696. â Meyers GroĂes LĂ€nderlexikon. Alle LĂ€nder der Erde kennen - erleben - verstehen. Meyers Lexikonverlag, Mannheim u. a. 2005, ISBN 3-411-07431-0. Artikel Tansania, Kapitel Klima (ohne Seitenzahlen).
cite-note-9797. â F. Marlowe: The Hadza. S. 287.
cite-note-9898. â "[âŠ] It seems that for a while the Hadza may continue to forage during the wet season when mud prevents tourists from coming. But it may not be long before tourism spells an end to foraging year round. It may be that Hadza culture, which has remained little changed despite long contact with more powerful neighbors, will now, with the arrival of tourists, finally succumb to outside influences, largely because tourists are a source of money. The irony is, of course, that the tourists come because they want to see foragers and once they have completely eliminated foraging they will no longer come, leaving the Hadza with no source of income." / F. Marlowe: Why the Hadza are still Hunter-gatherers. S. 16 f.
cite-note-9999. â Demography and Evolutionary Ecology. Einleitung auf S. 4.
cite-note-100100. â Haruna Yatsuka: Reconsidering the 'indigenous peoples' in the African context from the perspective of current livelihood and its historical changes: the case ot the Sandawe and the Hadza in Tanzania. (= African Study Monographs. Band 36). Nr. 1. The center of African area studies, Kyoto University, MĂ€rz 2015, S. 27, 32.
cite-note-101101. â Hadza feiern Landtitel. In: Survival International. 8. November 2011, abgerufen am 4. Mai 2019.
cite-note-102102. â Siehe die Beschreibung des betreffenden Projekts auf dem Informationsportal der genannten Organisation unter dem Titel Yaeda Valley: protecting forests for hunter-gatherers, wildlife and climate. (Das Yaeda-Tal: WĂ€lder schĂŒtzen fĂŒr JĂ€ger & Sammler, Tier- und Pflanzenarten und Klima.) Sie besteht aus einem einfĂŒhrenden Text, Farbaufnahmen von Leben und Lebensraum der Hadza und aktualisierten Nachrichten (alle Texte in englischer Sprache) (abgerufen am 17. Dezember 2019).
cite-note-103103. â Meldung vom 24. September 2019 auf dem Portal des Sozialunternehmens Carbon Tanzania (abgerufen am 30. November 2019).
cite-note-104104. â âObservations about the Hadza, who collect and consume foods in an ecosystem that may have been quite similar to that of our early hominin ancestors, allow researchers to test hypotheses about evolutionary ecology.â (âBeobachtungen bei den Hadza, die Nahrungsmittel in einem Ăkosystem sammeln und konsumieren, das dem unserer frĂŒhen homininen Ahnen recht Ă€hneln mag, erlauben es Forschern, Hypothesen zur Evolutionsökologie zu ĂŒberprĂŒfen.â) Alyssa Crittenden: Hadza. In: Bernard Wood (Hrsg.): Wiley Blackwell student dictionary of human evolution. Wiley, Oxford 2015, ISBN 978-1-4051-5506-9, S. 168.
cite-note-105105. â Gisela Grupe, Kerrin Christiansen, Inge Schröder, Ursula Wittwer-Backofen: Anthropologie. EinfĂŒhrendes Lehrbuch. 2. Auflage. Verlag Springer â Spektrum, Berlin/Heidelberg 2012, ISBN 978-3-642-25153-5, S. 61.
cite-note-106106. â Mark Pagel u. a. (Hrsg.): Encyclopedia of Evolution. Zwei BĂ€nde. Oxford University Press, Oxford u. a. 2002, ISBN 0-19-512200-3. Siehe besonders den Artikel Human Foraging Strategies (âMenschliche Nahrungserwerbsstragienâ) in Band 1. Der Unterartikel Human diet and food practices (âMenschliche Nahrungszusammensetzung und NahrungsgebrĂ€ucheâ) von Douglas Bird enthĂ€lt ein Unterkapitel Childrenâs Foraging (âNahrungserwerb von Kindernâ), in dem er auf die Forschung zum Nahrungserwerb der Hadza-Kinder eingeht (S. 528). Darin findet ein Forschungsaufsatz aus dem Jahr 1997 Verwendung: N. G. Blurton Jones u. a.: Why do Hadza Children forage? In: N. L. Segal u. a. (Hrsg.): Uniting Psychology and Biology: Integrative Perspectives on Human Development. New York.
cite-note-108108. â Hynek Burda (u. a.): Humanbiologie. / Die Hadza werden auf den Seiten 116, 124, 125, 127, 130 und 368 erwĂ€hnt.
cite-note-109109. â Martin BrĂŒne und Wulf Schiefenhövel (Hrsg.): The Oxford handbook of evolutionary medicine. Oxford University Press, Oxford 2019, ISBN 978-0-19-878966-6. / Die Hadza werden darin indirekt und auch direkt erwĂ€hnt, letzteres auf S. 248, 257 und 798 im Zusammenhang mit Diet, Evolution of Microbiota, and the Immune system (ErnĂ€hrung, Evolution der Microbiota und das Immunsystem); Childcare and evolution (Kinderbetreuung und Evolution) und Sleep patterns (Schlafmuster).
cite-note-110110. â Zum Beispiel in dem Artikel von Herman Pontzer: The Exercise Paradox. Studies of how the human engine burns calories help explain why physical activity does little to control weight â and how our species acquired some of its most distinct traits. Band 316, Heft 2, Februar 2017, S. 22â27.
cite-note-111111. â Im angegebenen Fall in Nr. 11/2017, S. 20â25 unter dem Titel PHYSIOLOGIE / Aktiv im Energiesparmodus: âDer Kalorienumsatz des Menschen hĂ€ngt deutlich weniger von sportlicher AktivitĂ€t ab als oft angenommen. Das hilft nicht nur, viele gesundheitsrelevante PhĂ€nomenen zu verstehen, sondern gibt auch neue Antworten auf die Frage, was uns Menschen so besonders macht.â Geschildert wird darin (mit einigen Sachfehlern) die Lebensweise und der Tagesablauf der Hadza, sowie physiologische Messungen an ihnen und deren Interpretation.
cite-note-113113. â Julia Colette Berbesque, Frank W. Marlowe: Sex differences in food preferences of Hadza hunter-gatherers. In: Evolutionary Psychology. Band 7 (Nr. 4), 2009, S. 601â616.
cite-note-114114. â Herman Pontzer (Anthropologe am Hunter College in New York City): PHYSIOLOGIE / Aktiv im Energiesparmodus: âDer Kalorienumsatz des Menschen hĂ€ngt deutlich weniger von sportlicher AktivitĂ€t ab als oft angenommen. Das hilft nicht nur, viele gesundheitsrelevante PhĂ€nomenen zu verstehen, sondern gibt auch neue Antworten auf die Frage, was uns Menschen so besonders macht.â In: Spektrum der Wissenschaft. Nr. 11/2017, S. 20â25; Zitate auf S. 21, 22 und 24.
cite-note-116116. â Katharina Roll: Die Darmflora Ă€ndert sich mit der Saison. In: Portal des Ăsterreichischen Rundfunks. 25. August 2017, abgerufen am 26. August 2017.
cite-note-118118. â Alle Angaben aus dem Programm des Festival of Transcultural Cinema 2019, veranstaltet vom Freiburger Filmforum des Kommunalen Kinos in Freiburg im Breisgau, worin auch das Titelbild zu sehen ist (vergleiche zu diesem oben die zeitgenössische Beschreibung der Bekleidung) (abgerufen am 12. Dezember 2019).
cite-note-119119. â Die englischsprachige Wikipedia enthĂ€lt einen Artikel ĂŒber dieses Filmfestival: Environmental Film Festival in the Nation's Capital.
cite-note-120120. â Eintrag in der Internet Movie Database (abgerufen am 13. Dezember 2019).
cite-note-121121. â Angaben nach Informationen im Lebenslauf der mitwirkenden Anthropologien A. Crittenden auf dem Portal der UniversitĂ€t von Nevada in Las Vegas, Abschnitt Documentary film work (abgerufen am 13. Dezember 2019). Daher stammt auch das Zitat (auf Englisch, ĂŒbersetzt fĂŒr diesen Artikel).
cite-note-122122. â Benenson Productions in Santa Monica, Kalifornien (abgerufen am 15. Dezember 2019).
cite-note-123123. â Vom Portal Video-Project: educational media on the critical issues of our times (abgerufen am 13. Dezember 2019).
cite-note-124124. â Abgerufen am 15. Dezember 2019.
cite-note-anita-gates-125125. â Abgerufen am 13. Dezember 2019.
cite-note-126126. â Bibliographische Angaben weitgehend nach H. D. Neuwinger: Afrikanische Heilpflanzen und Jagdgifte. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 1998, ISBN 3-8047-1550-8, S. 96 f. ErgĂ€nzt durch Angaben bei F. Marlowe und Recherchen im Karlsruher Virtuellen Katalog.
cite-note-127127. â Nach den Angaben auf dem privaten Portal Otto Dempwolff.
cite-note-128128. â H. D. Neuwinger: Afrikanische Heilpflanzen und Jagdgifte. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 1998, ISBN 3-8047-1550-8, S. 86.
cite-note-129129. â â[âŠ] My aim here is more specialized [âŠ]â (â[âŠ] Mein Ziel hier ist spezialisierter [âŠ]â). Einleitung auf Seite 3.
cite-note-130130. â Vergleiche den entsprechenden Artikel in der englischen Wikipedia.
cite-note-131131. â Siehe auch das Lob ĂŒber Marlowes Leistung und Buch von seinem akademischen Mentor Nicholas Blurton Jones, zu Beginn der Einleitung von dessen Untersuchung zu Demography and Evolutionary Ecology.
cite-note-132132. â Siehe sein PortrĂ€t auf dem Portal des Frobenius-Institutes der Goethe-UniversitĂ€t Frankfurt (abgerufen am 7. September 2019).
cite-note-133133. â Die englischsprachige Wikipedia enthĂ€lt einen Artikel ĂŒber seine Person und wissenschaftshistorische Rolle.
cite-note-134134. â "[âŠ] the man who knows most about the Hadza." Camilla Power am Ende ihrer Filmrezension vom 21. Mai 2018 (siehe Filmographie) (abgerufen am 17. Dezember 2019).
cite-note-135135. â Nach dem Begleittext auf dem angegebenen Portal, ĂŒbersetzt fĂŒr diesen Artikel (abgerufen am 15. Dezember 2019).